John James

Erneuerung – Revitalisierung von Kirchen

nach dem Weg des Kreuzes

Zusammenfassung

John James Renewal - Church Revitalisation

erscheint demnächst – Diese Seite ist in Arbeit

+ Kurz-Zusammenfassung des Buches

John James betont in seinem Buch „Renewal: Church Revitalisation Along the Way of the Cross“, dass echte Gemeindeerneuerung nur durch Buße, mutige Veränderung, Jüngerschaft und missionarische Leidenschaft möglich ist. Er warnt vor Selbsttäuschung durch oberflächliche Statistiken und ruft Gemeinden dazu auf, sich nicht mit scheinbarem Wachstum zufriedenzugeben. Stattdessen sollen sie sich auf das Evangelium konzentrieren, verlorene Menschen im Blick behalten und sich bewusst für einen geistlich motivierten Neuanfang entscheiden. Revitalisierung ist dabei keine kosmetische Maßnahme, sondern ein Prozess, der Gebet, Lernen, Dienen und Selbstaufgabe erfordert. James sieht in der Revitalisierung eine strategische Methode der Gemeindegründung, die entscheidend für die Neuevangelisierung Europas ist.

+ Über Das Buch

John James‘ Buch über Revitalisierung setzt in besonderer Weise am Herz des Lesers an. Dies erreicht er durch viele Veranschaulichungen, eine kunstvolle Schreibweise und viele Berichte aus der Praxis. Besonders wichtig ist ihm die Rückbesinnung auf das Wort als elementarer Teil einer Revitalisierung.
John James schreibt überaus kunstvoll und strickt in seine überaus reichhaltigen Ausführungen noch viele Erkenntnisse, die man nur zwischen den Zeilen lesen kann.
Im Buch sind immer wieder Berichte von Gemeinde eingestreut (insgesamt 5), die Erneuerung erleben durften, oder diese scheitern sahen. Diese Berichte von anderen Pastoren geben wertvolle Erkenntnisse weiter. Diese werden, wie auch seine überaus vielen Veranschaulichungen, Bilder und praktische Lebensberichte, in dieser Zusammenfassung nicht wiedergegeben werden können.
Das Buch ist eine wahre Fundgrube, um zwischen den Zeilen unglaublich viel zu lernen und einen ausgeglichenen, nüchternen Blick auf das Thema ‚Revitalisierung‘ zu gewinnen.

+ Über den Autor John James

John ist leitender Pastor der City Church Birmingham und war zuvor Pastor der Crossway Church, ebenfalls in Birmingham.
Er leitet den „Midlands Ministry Training Course“ und ist Vorstandsmitglied von „2020 Birmingham“, einem Bündnis von Kirchen, das sich für Gemeindeneugründungen und -erneuerungen in der Stadt einsetzt.
Bevor er vollzeitlich in den pastoralen Dienst ging, arbeitete John an der Universität Birmingham, trat als romantischer Troubadour auf und absolvierte seine theologische Ausbildung am Oak Hill College. Er ist mit Sarah verheiratet und gemeinsam haben sie drei Kinder.

Vorwort: Gemeindeerneuerung ist entscheidend für die Neuevangelisierung unserer Länder.

+ Kurz-Zusammenfassung

James beginnt mit der Geschichte eines Blumenbeetes, das durch beständiges Engagement verwandelt wurde – ein Bild für Gottes geduldiges Handeln an seinen Gemeinden. Aus der eigenen Erfahrung mit einer fast ausgestorbenen Gemeinde heraus macht er sich stark für Gemeinderevitalisierung als geistlich wertvolle und strategische Form der Gemeindegründung. Sein Ziel ist es, sterbende Gemeinden zur Öffnung für Hilfe zu bewegen, gesunde Gemeinden zur Unterstützung zu ermutigen und Leitungsteams zu befähigen, entscheidende Schritte zu gehen.

+ Ausführlichere Zusammenfassung:

James beginnt mit der Geschichte des Blumenbeetes vor seiner Gemeinde – das einmal nicht das Recht hatte ein solches genannt zu werden, bis ein Ehepaar sich unermüdlich, geduldig und andauernd darum gekümmert hatte.
Er schlägt den Bogen zu Gott, der mit uns dasselbe tut: der metaphorisch Unkraut jätet, Erde mit Nährboden anreichert, den Samen seines Wortes säht und uns in das Bild seines Sohnes wachsen lässt.
Sein Buch entsprang einer Gemeinde-Erneuerungs-Arbeit in einer Gemeinde, die nur noch 14 Mitglieder hatte.

Ziel des Buches nach John James:
„Einen Punkt für Revitalisierung als eine gottgefällige, erreichbare und strategische Methode der Gemeindegründung machen, die eine entscheidende Rolle bei der Neuevangelisierung unseres Landes spielt.“

Er ermutigt:
– sterbende Gemeinden, Hilfe zuzulassen
– Gesunde Gemeinden zur Beihilfe, sterbender Gemeinden
Und will Gemeinde-Leitungen befähigen, die richtigen Schritte zu tun.

+ Reflektion:

Weiterführende Fragen:

  • Wenn unsere Gemeinde ein Blumenbeet wäre, in welchem Zustand würde es sich befinden? Was wäre schön, was Schlecht? Was müsste als Nächstes angegangen werden?
  • Welche Rolle spielt unsere Gemeinde in der Neuevangelisierung Europas? Welche Rolle könnte sie spielen? Was müsste dafür geschehen?

Kapitel 1: Viele Gemeinden stehen unmittelbar vor einem „Point of No Return“. Erneuerung kann nur durch Buße, mutige Veränderung, echte Jüngerschaft und missionarische Leidenschaft geschehen.

Der Weckruf

+ Kurz-Zusammenfassung

John James warnt, dass die Kirche im Westen in einer tiefen Krise steckt – geprägt von rapide sinkenden Zahlen, kultureller Gleichgültigkeit gegenüber dem Evangelium und einem gefährlichen Selbstbetrug durch oberflächliche Statistiken. Statt den Alarm ernst zu nehmen, drücken viele Christen den „Snooze“-Knopf, indem sie sich mit scheinbarem Wachstum durch Migrationsbewegungen oder symbolische Gemeindegründungen beruhigen. James plädiert für echte, biblisch fundierte Gemeinde-Revitalisierung: Sie soll verlorene Menschen im Blick haben, Veränderung als nötig anerkennen, geistlich gesunde Gemeinden hervorbringen, den jeweiligen Kontext respektieren und partnerschaftlich geschehen. Revitalisierung sei keine kosmetische Maßnahme oder Machtstrategie, sondern ein geistlich motivierter Neuanfang, der zur missionarischen Fruchtbarkeit führt – sofern Gemeinden bereit sind, zu beten, zu lernen, zu dienen und sich selbst aufzugeben.

+ Ausführlichere Zusammenfassung:

Vor 50 Jahren füllte Billy Graham Stadien mit Nicht-Christen, heute ist das nicht mehr denkbar. Warum? Wo früher noch ein gewisses Grundwissen über das Christentum vorhanden war, ist heute Jesus nur noch als ein Schimpfwort bekannt: Menschen denken noch nicht einmal mehr darüber nach, ob das Christentum wahr ist, sie lehnen es einfach ab. In den westlichen Ländern schließen immer mehr Kirchen, während immer weniger Neue entstehen.

(Daten pro Jahr) UK&USA
Gemeindeschließungen 4.345
Gemeindegründungen 1.204
Summe -3.144

Wir haben die Wahl: Hören wir den Alarm, oder drücken wir so lange auf „Snooze“ bis es zu spät ist?

Christen fänden laut James verschiedene Wege, den Snooze-Knopf zu drücken:
– Überbetonung guter Gemeindegründungen
Hier zeigt er anhand von „Fresh Expressions“ wie Zahlen zu positiv wahrgenommen werden können. Von den 1.780 FreshX- Gruppen seien nur 445 wirklich neu, andere Neu-Gründungen, die meisten träfen sich nur in 2-4-Wochen-Rhythmus.
– Statistiken gäben falsche Sicherheiten und Gefühl von Wachstum:
Es werde vergessen, wo das Wachstum herkäme:
Viele Christen seien nach Europa migriert.
In den Demoninationen sei vorhandenes Wachstum sehr gering und dazu sehr selten, aber ab und an vorhanden. Dabei zeigt er anhand seines eigenes Verbandes, wie eine Denomination zwar auf dem Papier wachsen könne, jedoch aus stagnierenden und sterbenden Kirche bestehen könne.
Die Statistiken würden zeigen, dass die Kirchen Probleme mit effektiver Evangelisation und Jüngerschaft hätten.

Er deutet Sprüche 6,9–11 im Bezug auf die Gemeinden an:
„Wie lange willst du liegen bleiben, du Fauler? Wann willst du aufstehen von deinem Schlaf? »Ein wenig schlafen, ein wenig schlummern, ein wenig die Hände in den Schoß legen, um zu ruhen«: so holt dich die Armut ein wie ein Läufer, und der Mangel wie ein bewaffneter Mann!“

Die Annahme, dass es einfach der Lauf des Lebens einer Kirche sei zu wachsen, zu schrumpfen und zu sterben entspringt keiner biblischen Wahrheit, sondern einem Mangel das Umfeld für Jesus zu erreichen.
Wenn wir nichts in unserem Land ändern, wird das flackende Licht des Zeugnisses bald ausgelöscht werden.
Die Statistiken machen klar: Viele Kirchen stehen unmittelbar vor einem Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt.

Was getan werden müsse:
Neue Kirchen gegründet, Leiter herangezogen, sicheres und effektives Evangelisieren gelernt werden, es müsse gebetet, trainiert und Jünger gemacht werden.

John James definiert Kirchen-Revitalisation folgendermaßen:

„Church revitalisation is a local church intentionally recovering its calling to make disciples of Jesus. It is a process of deliberate change in order to bring about a new beginning, with the goal of recovering a gospel frontier for mission, and re-establishing gospel growth within a church-community.“

Dabei macht er klar, dass es gesunde und ungesunde Revitalisation gibt. Gesunde Revitalisation sei durch fünf Kriterien gewährleitet:

1. Gesunde Revitalisierung versucht Verlorene zu erreichen
Nicht Gesichts-bewahrung, Gemeinde-erhaltung (Gebäude oder Programme) oder das Unvermeidliche abzuwenden sei die Motivation. Gemeindeerneuerung hat das Herz, Gott mit der eigenen Existenz Ehre zu bereiten, ihre Berufung, Jünger aller Nationen zu machen, ernst zu nehmen und ihren kleinen, aber essentiellen Teil in der Evangelisierung unserer Nation zu übernehmen.
Gemeindeerneuerung ist von einem zerbrochenen Herz für Verlorene angetrieben. (Lukas 19,42)

2. Gesunde Erneuerung erkennt die Notwendigkeit der Veränderung
Die Gemeindefamilie muss gemeinsam die Realität ihrer Situation und die eigene Verantwortung für diese zugeben. Nicht jeder werde das Problem verstehen, jedoch unter den Leitern und dem Kern der Gemeinde müsse sich bewusst gedemütigt werden. (Jak 4,10). Bei Gemeindeerneuerung geht es nicht um Selbst-Erhaltung, sondern um selbst-Hin- und Aufgabe.

3. Gemeindeerneuerung produziert gesunde Gemeinden
Gemeindeerneuerung ist nicht etwas völlig anderes als lokale Gemeindearbeit. Erneuerung ist nicht notwendig „weil Kirche nicht mehr funktioniert“. Es müsse untersucht werden, an welchem Punkt es an Gemeindegesundheit mangele und der Mangel behoben werden. Die Pastoralbriefe seien voll von Charakteristiken für Gesunde Gemeinde. (2.Tim 4,2)
„Gesunde Revitalisation hört auf Gottes Wort und ordnet sich diesem geduldig und vorsichtig unter, indem wir uns als Gemeindefamilie verändern lassen.“

4. Gesunde Revitalisierung ist maßgeschneidert für dessen Kontext und dessen Menschen
Revitalisierung kann viele Formen annehmen: Pflanzen einer Kleingruppe in bestehender Gemeinde, ein neuer Pastor, Kirche schließen und Neu eröffnen, langsamer Übergang mit neuer Leitung mit neuer Vision oder intentionaler Kirchenschließung um Ressourcen gut weiterzugeben.
Insgesamt müsse die Art und das Vorgehen von Liebe geformt sein: Liebe für Gott, das Umfeld/ Nichtchristen und für die Brüder und Schwestern im Glauben.

5. Gesunde Revitalisierung arbeitet mit anderen zusammen
Nicht Methode, Theologische Betonung oder charismatische Persönlichkeiten, sondern Beziehungen machen den größten Unterschied zu gesunder Erneuerung. (Röm 15,5-6)

In seiner Zusammenfassung berichtet James von seiner eigenen Gemeinde. Hier war es das Abreißen eines Prediger-Podestes, das die neue Einstellung und Prioritäten der Gemeinde zeigte. Vor allem aber auch ein echtes Vertrauen in die Leitung, das durch Beziehungen gewonnen wurde. Vor 5 Jahren war das Abreißen der Plattform noch undenkbar gewesen.

Vor allem eines sei Revitalisierung nicht: Eine Möglichkeit aus verletzlichen Gemeinden Geld herauszuholen.
Das Wort „Revitalisation“ hätte keinerlei Bedeutung, wenn man nicht vorhabe, so viele Mitglieder wie möglich mitzunehmen.
Er beendet das Kapitel ermutigend mit der Feststellung, dass das wachsende Interesse an dem Thema „Revitalisation“ bedeuten könnte, dass wir endlich anfangen würden aufzuwachen.

+ Reflektion:

Weiterführende Fragen:

  • Wo stehen wir als Gemeinde/ Ich in der Gefahr, den „Snooze-Button“ zu drücken?
  • Wie hat sich die Welt in den letzten 20 Jahren verändert? (Wie) sind wir als Gemeinde auf diese Veränderungen eingegangen?
  • Was unterscheidet eine ‚gesunde‘ Revitalisierung von einer ‚ungesunden‘ Revitalisierung?

Kapitel 2: Revitalisierungen sind genauso unmöglich wie jeder andere geistliche Dienst – einfach völlig von Gott abhängig.

Wohin gehen wir?

+ Kurz-Zusammenfassung

In diesem Kapitel entkräftet James drei verbreitete Einwände gegen Gemeinde-Revitalisierung, die oft kulturelle Vorlieben statt geistlicher Überzeugung widerspiegeln.
Er zeigt, dass Revitalisierung zwar herausfordernder als Gemeindegründung sein kann, aber in gleicher Weise Gottes übernatürliches Eingreifen erfordert – denn jeder geistliche Dienst ist nur durch Tod und Auferstehung möglich. Nostalgie sei nicht das Ziel, sondern könne als wertvolle Grundlage dienen, solange die Gegenwart nicht gefürchtet wird. Schließlich sei Revitalisierung strategisch klug, weil bestehende Ressourcen genutzt und bestehende Menschen erreicht werden können. Die vermeintliche Ineffizienz zeuge oft von einer falschen Sicht auf geistlichen Dienst – wahre Frucht entstehe nicht durch menschliche Berechnung, sondern durch treues, opferbereites Dienen.

+ Ausführlichere Zusammenfassung:

„Lass keinen Menschen, der nach Seelenfrieden sucht und die Ruhe des Lebens erstrebt, in den Dienst eintreten; wenn er es tut, wird er ihn in Abscheu verlassen.“

James reagiert in diesem Kapitel auf drei Argumente gegen Revitalisierungen, die seiner Meinung nach eigentlich immer nur kulturelle Vorlieben unter dem Deckmantel einer Sorge um die lokale Gemeinde sind.

1. Es ist leichter ein Kind zu bekommen, als die Toten zum Leben zu erwecken.

Hier ist die Frage, die man sich direkt stellen muss: „Für wen ist es leichter?“: Für uns oder für Gott?
Es stimme, dass Revitalisierungen doppelt so anstrengend seien, wie eine Gemeindegründung: Man müsse sowohl eine ganze Gemeinde herumreißen, als auch in die Gesellschaft inkarnieren.
James erkennt die klare Logik hinter diesem Argument. Es ergibt Sinn.
Wir dürfen klare Überzeugungen haben, wo unsere Gemeinde hin soll, aber der Weg dorthin werde von den Leuten bestimmt, mit denen wir unterwegs sind. Es müsse ein Weg sein, der alle mitnimmt die ehrlich mitwollen, da kein einziger von ihnen von dort startet, wo man selbst sich befinde.
Er entgegnet, dass auch Kirchengründungen nicht leicht sein. Eine von drei ende innerhalb der ersten vier Jahre. Viele Gründer würden erleben, dass ihre Theorien in der Praxis nicht funktionieren würden.
Er zitiert Bonhoeffer: „Unzählige Male ist eine christliche Gemeinschaft daran zerbrochen, dass sie aus einem Wunschbild heraus lebte … Je bälder die Stunde dieser Enttäuschung über den Einzelnen und über die Gemeinschaft kommt, desto besser für beide.“

Wahre Gemeinschaft würde mit Desillusion entstehen.
Wir müssten lernen die Leute mehr zu lieben, als den Weg, den wir gerne gehen würden und geplant hätten.

Außerdem würde das Argument eine unnötige (und unbiblische) Polarisierung vornehmen. Paulus beschreibt seine Erneuerungs-Bemühungen in Gal 4,19-20 als „Geburtswehen“.

Das Problem sei nicht so sehr, dass dieses Argument Kirchengründung und Revitalisierung missverstehen würde (obwohl beides der Fall sei), sondern den geistlichen Dienst an und für sich missverstehe. Denn Tod und Auferstehung sei in jedem einzelnen Aspekt der Christlichen Arbeit notwendig (Joh 12,23-26; Mk 8,34-35; 2.Kor 4,11-12).
Das gesamte Leben als Christ sei unmöglich – so viel mehr der Dienst – ohne Gottes Wirken. Auch sei genau aus diesem Grund sei jeder Dienst (egal ob Gemeindegründung oder Revitalisierung) genau gleich unmöglich.

2. „Ich möchte nicht in der Vergangenheit stecken bleiben!“

James betont hier, dass Nostalgie und eine glorreiche Vergangenheit, sowie veraltete Methoden absolut nicht das ist, was Revitalisation anstrebt. Auch wenn die Vergangenheit nichts Schlimmes sei. Die Gemeinde in Ephesus musste sich an „ihre erste Liebe“ erinnern (Offb 2,4-5). Es gehe aber nicht darum die „guten alten Zeiten“ zurückzuholen, sondern ihr den richtigen Platz zuzuweisen und sie zu ehren. Denn das eigentliche Problem mit Nostalgie sei nicht die Liebe zur Vergangenheit, sondern die Angst vor der Gegenwart.
Eine reiche Geschichte bereichert und festigt sehr. Sie sollte nicht abgelehnt, sondern genutzt werden – indem Ältere die Jüngeren unterweisen (Titus 2).

3. „Es ist keine strategische Nutzung von Ressourcen.“

Es ist richtig, strategisch sein zu wollen.
Nur gebe es richtige Wege um strategisch zu sein und falsche Wege strategisch zu sein. Immer den leichtesten Weg als „am strategischsten“ auszumachen wäre weltlich gedacht, denn wie bereits erörtert sei aller Dienst am Evangelium mit Tod und Auferstehung verbunden – was unmöglich erscheine, sei bei Gott möglich.
Viele Gemeindeerneuerungen bräuchten viel Zeit, um sichtbare Früchte hervorzubringen. Nach zwei Jahren hätten Gemeindegründer oft mehr vorzuweisen. Aber Gemeindeerneuerungen können nach 5 Jahren viel stärker sein, da die Menschen schon anwesend sind und auch Vermögensanlagen zumeist bereits vorhanden seien.
Außerdem werde im Vergleich zu Gemeindegründungen oft weniger Kosten, sowie Personal benötigt, da Verwaltung, Verhandlungen und neue Mietkosten meist nicht nötig sind – und damit mehr Ressourcen für die eigentliche Arbeit zur Verfügung stünden. Besonders „Hub-Churches“ sollten über Ressourcen für Revitalisierungen verfügen.
Der Vorwurf, Revitalisierungen seien ineffizient, zeigt eine Blindheit für die großen Möglichkeiten, das dieses Modell eröffnet. Besonders im nächsten Kapitel geht James darauf ein, warum Revitalisierung effektiv ist.

+ Reflektion:

Weiterführende Fragen:

  • Wählt unsere Gemeinde immer den Weg des leichtesten Widerstandes oder sind wir bereit, harte Wege zu gehen, wenn dies der Liebe Gottes entspricht?
  • Liebe ich die Menschen, mit denen ich unterwegs bin, mehr als meinen eigenen Plan oder meine Idealvorstellung von Gemeinde?
  • Ist die Revitalisierung einer Gemeinde ‚unmöglicher‘ als andere Aspekte christlichen Lebens? 

Kapitel 3: Unterschätzten, kleinen Gruppen zu dienen, ist Evangeliums-Logik.

Ist die Reise es wert?

+ Kurz-Zusammenfassung

Revitalisierung ist keine zweitklassige Option, sondern eine kraftvolle, oft übersehene Möglichkeit, das Evangelium neu erblühen zu lassen – mitten in bestehenden Strukturen, auf historischem Fundament und mit generationenübergreifender Kraft.

John James bricht mit der Vorstellung, dass Revitalisierung bloß eine mühsame Alternative zur Gemeindegründung sei. Stattdessen beschreibt er sie als geistlich tiefgreifende, strategisch bedeutsame und pastoral notwendige Chance. Revitalisierung fördert nicht nur die persönliche Liebe zu Jesus, sondern nutzt vorhandene geistliche Ressourcen und baut auf historischen Glaubenszeugnissen auf. Sie schafft von Anfang an generationenübergreifende Gemeinschaft, stärkt schwache und vergessene Gläubige, erreicht fest verwurzelte Bevölkerungsgruppen dort, wo sie leben, und öffnet eine oft ungenutzte evangelistische Front. Dabei wird deutlich: Der Aufwand ist hoch – doch der geistliche Ertrag kann enorm sein. James plädiert dafür, dieses Potenzial nicht zu verschwenden, sondern bewusst zu ergreifen – nicht im Wettbewerb mit Gemeindegründungen, sondern als komplementäres Werkzeug zur Erneuerung des kirchlichen Zeugnisses.

+ Ausführlichere Zusammenfassung:

James hat sich selbst gefragt, ob Revitalisierung Gemeindegründung ohne alle Vorteile sei. Er will den Leser davon überzeugen, dass Revitalisierung nicht ein nötiges Übel, sondern eine einzigartige Chance ist.

„Aber wäre es nicht kurzsichtig, einen Weg zu übersehen, der dazu führen könnte, ein lebendiges Zeugnis des Evangeliums in einem Gebiet mit evangelistischer Priorität zu etablieren, das positiv auf der Vergangenheit aufbaut und die Generationen verbindet? Einen Weg, der geistliche Erneuerung für schlummernde Jünger bringt, möglicherweise einzigartig positioniert ist, um einige unserer schwierigsten Gemeinschaften zu erreichen, reife Missionsfelder freilegt und uns dabei zwangsläufig dazu führt, uns selbst zu verleugnen und Jesus auf dem Weg des Kreuzes zu folgen? Dies ist die ungenutzte Chance der Revitalisierung. Warum sollten wir sie verschwenden?“

1. Revitalisierung lässt uns in unserer Liebe zu Jesus wachsen.
James verweist auf die Gemeinde in Ephesus (Offb 2,3-4), die zwar viele Kämpfe durchgestanden habe, jedoch ihre erste Liebe in dieser Zeit verloren hätte. So gehe es vielen Gemeinden. Hier sieht er eine große Chance, persönliche spirituelle Revitalisation anzustoßen. Zudem müsse man sich in diesem Prozess bewusst werden, dass man völlig von Jesus abhängig ist.

2. Revitalisierung baut auf der Vergangenheit auf
Wenn Kirchen mit vollem Konto sterben würden, sei das die wahre Verschwendung im Vergleich zu Investitionen in Revitalisierungs-Prozesse. Keine Ethnie in der UK sei ohne Vergangenheit im Hinblick auf das Christentum und Christen, die ihnen dienten. Auf dieser Vergangenheit (und den davon berührten Menschen) könne man aufbauen.

3. Revitalisierung ist von Tag Eins an eine Multigeneratonen-Gemeinde
Viele Neugründungen würden nach 10 Jahren Existenz für eine Generation älterer Gemeindemitglieder beten, die für jüngere Christen Mütter und Väter sein können. Gleichzeitig würden sich viele Gemeinden, die Revitalisierung benötigten den Wunsch nach jüngeren Mitgliedern ausdrücken. Eine junge Revitalisierungs-Gruppe in eine ältere Gemeinde einzupflanzen, erreiche sofort, wofür andere lange beten würden.

4. Revitalisierung stärkt vergessene Christen
Hier erzählt er eine Geschichte aus seiner Gemeindeerneuerung, wie ein alteingesessener Christ zu neuem, effektivem Dienst erneuert wurde. Die anwesenden Christen seien Schafe, die ein Recht auf Ernährung hätten. Sie seien den Aufwand wert.

5. Revitalisierung schätzt unterschätzte Bevölkerungsgruppen
Gerade unterschätzten, kleinen Gruppen zu dienen, sei Evangeliums-Logik. Gott segne das demütige Dienen. Im Umfeld des Autors seien Gebäude sehr wichtig, um eine Präsenz aufzubauen und eine Anlaufstelle und offene Tür bieten zu können. Es gebe überall Bevölkerungsgruppen, die so fest in einem Stadtteil verankert seien, dass es Kirchen direkt vor Ort brauche, um ihnen zu begegnen. Dabei würden Neugründungen solche Menschen schwerlich (fast nicht) erreichen. Deshalb sei es so schädlich für das Vertrauen gegenüber Kirchen, wenn diese in schlechten Zeiten gehen würden. Kirchen müssten zum Inventar eines Umfeldes werden. Er stellt die Frage: Wer ist dafür bereit? (1.Kor 1,28-29)

6. Revitalisierung deckt eine versteckte Front des Evangeliums auf.
Menschen, die die Kirche bereits kennen, kehren häufig zurück, um sie sich anzusehen, wenn diese zu neuem Leben erwacht. In seiner Gemeinde, habe diese Gruppe bald die Hälfte der Gemeinde ausgemacht.

James ist wichtig zu sagen, dass Gemeinde-Erneuerungen nicht besser sei, als andere Gemeindegründungs-Modelle. Jedes Modell habe seine eigenen Stärken. Jedoch werde bei Revitalisierungen häufig nur der hohe Aufwand gesehen und dessen Stärken vergessen.

+ Reflektion:

Weiterführende Fragen:

  • Was sind klare Vorteile einer Revitalisierung gegenüber einer Gemeindegründung?
  • Was kann durch die Schließung einer Gemeinde unwiederbringlich verlorengehen?

Kapitel 4: Der Charakter Gottes als Ausgangspunkt – Gott liebt es, Leben, Geschenke und Wachstum zu schenken.

Den Tank füllen

+ Kurz-Zusammenfassung

Revitalisierung gelingt nur, wenn wir nicht uns selbst, sondern Gottes Wesen, Gnade und Wirken ins Zentrum stellen – denn nur Er gibt Leben, Gaben und Wachstum.
John James warnt davor, im Prozess der Revitalisierung den Blick auf Gottes Charakter zu verlieren und stattdessen sich selbst oder die eigene Gemeinde zum Zentrum zu machen. Eine solche Haltung führt zu falscher Selbstsicherheit oder lähmender Selbstverurteilung. Stattdessen zeigt James: Gott ist niemandem zur Erneuerung verpflichtet, aber Er liebt es, gute Gaben zu geben – besonders Leben, Gnade und Wachstum. Revitalisierung ist also kein Werk des Menschen, sondern ein Akt göttlicher Gnade und Kraft. Drei theologische Grundwahrheiten sind laut James zentral: Erstens, Gott gibt Leben – wie Jesus Lazarus rief, so kann Er auch geistlich Tote lebendig machen. Zweitens, Gott gibt Geschenke – oft unscheinbar, aber genau richtig dosiert, damit Er allein die Ehre bekommt. Drittens, Gott gibt Wachstum – durch Sein Wort, das kraftvoll wirkt, wenn wir es treu verkünden. Die Grundlage jeder echten Erneuerung ist daher Vertrauen auf Gottes Wort, tiefe Demut und die Gewissheit, dass Jesus auch kranke Gemeinden liebt und wiederherstellen kann.

+ Ausführlichere Zusammenfassung:

In Revitalisierungsprozessen dürfe man niemals den Charakter Gottes aus dem Blick verlieren.

James weist darauf hin, dass man schnell sich selbst und die eigene Gemeinde als Mittelpunkt des Fühlens, Handelns und Denken Gottes wahrnehmen kann.
Jedoch baue diese Sicht eine falsche Selbstsicherheit („Confidence in ourself“) auf. Jedoch sei die richtige Sicherheit darin begründet, die Sicherheit und das Vertrauen in sich selbst zu verlieren.

Jakobus zeigt auf (vgl. Jk 4,13-14), dass unsere Vergangenheit nicht bedeute, dass wir eine Zukunft hätten. „Nur weil wir eine Vergangenheit habe, bedeutet nicht, dass wir eine Zukunft haben.“ – Gott stehe in keinerlei Zwang meine eigene Kirche zu erneuern.
Die Antwort des Engels Josua gegenüber, der Fragte, ob der Engel auf der Seite Israels sei zeige, dass Gott nicht auf verschiedenen Seiten der Menschen sei, sondern die richtige Frage sei, ob wir als Menschen auf der Seite Gottes sind (Jos 5,13-14).
James gibt die Erkenntnis weiter, dass Konflike nicht an sich negativ sind, sondern einzigartige Gelegenheiten für Jüngerschaft – gerade in Konflikten zeige sich, wer der Herr im Leben sei.

„Jesus liebt seine Kirche. Er liebt nicht nur gesunde, wachsende Gemeinden, sondern auch kranke, kämpfende Gemeinden. Jesus liebt Gemeinden, die Erneuerung brauchen, und wir sollten das lieben, was Jesus liebt.“

James möchte 3 theologische Grundwahrheiten weitergeben, die für Revitalisierung „den Tank füllen.“:
Diese drei entspringen dem Wesen Gottes, der es liebt „gute Dinge“ zu geben. (Matt 7,9-11) In jeglicher Gemeindearbeit dürfe niemals der Charakter Gottes aus dem Blick verloren werden. Es gebe zwei gefährliche Annahmen, die mit seinem Charakter nicht vereinbar seien:
– Gott sei dazu gezwungen/ verpflichtet, eine Gemeinde zu erneuern (damit könne man nicht demütig dankbar sein)
– Gott könne eine Gemeinde nicht erneuern, weil man ja selbst für deren Zustand verantwortlich sei.

1. Gott gibt Leben: James betont hier, dass von Gott allein Leben ausgehe.
Jesus sprach zu einem verwesenden Fleischklumpen: „Lazarus steh auf!“. Paulus beschreibe Gott in Römer 3,17: „Der Gott, der Tote zum Leben erweckt…“ James hebt hervor, wie sehr Gottes Gnade und Unterstützung bei der Erneuerung seiner Gemeinde zu erleben war.
Eine Gemeinde wird belebt, wenn sie zum belebenden Sohn Gottes geführt werde.
„As with all gospel ministry, revitalisation demonstrably requires the miraculous recreational power of Jesus Christ from day one.”

2. Gott gibt Geschenke:
James verweist auf Gideon, der nicht wie er dachte ein großes Heer brauchte, sondern nur 300 Männer. So stelle Gott auch in Revitalisierungen sicher, dass er allein die Ehre erhalte. Deshalb müssten wir in den Gemeinden uns die Augen für die vorhandenen Segnungen geben lassen.

3. Gott gibt Wachstum: James stellt die Frage, wie Gott Leben erschaffe. Seine Antwort: Indem er spreche. Wirksam ist dabei Gottes Wort, das eine unaufhaltsame Kraft darstellt (Jesaja 55) Auch Paulus rühmt sich nicht für das Wachstum in seinen Gemeinden, sondern verweist in 1.Kor 3 auf Gott, der Wachstum schenke.
Demnach sei die wichtigste Grundlage für Erneuerung ein festes Vertrauen auf Gottes Wort und Sicherheit im Evangelium. Wenn man Gott nur reden ließe, würde er die benötigten Änderungen bewirken.

+ Reflektion:

Weiterführende Fragen:

  • Was gibt uns die Kraft, Veränderungsprozesse mit all ihren Schwierigkeiten bis zum Ende durchzuhalten?
  • Welcher Charakterzug Gottes ist im Bezug auf meine Situation besonders ermutigend?
  • Welchen Charakterzug Gottes droht bei uns in der Gemeinde vergessen zu werden?

Kapitel 5: Jede Revitalisierung muss auf einer guten Analyse und nicht nur einem Konzept beruhen.

Die Bremsen loslassen

+ Kurz-Zusammenfassung

James betont, dass echte Erneuerung mit einer schmerzhaften Selbstprüfung beginnt. Gemeinden müssen ehrlich fragen, was sie falsch gemacht haben, weil der eigene Instinkt die wahren Ursachen oft verdeckt.
Für eine solche Selbst-Prüfung nennt James fünf Fragen, die für sie als Gemeinde unglaublich hilfreich waren.

+ Ausführlichere Zusammenfassung:

James warnt davor, Veränderung um der Veränderung willen vorzunehmen. Die Gemeinde Gottes stehe auf unverrückbarem, haltenden Boden. Gefahr bedrohe die Gemeinde nur in den Bereichen, in der sie sich vom festen Boden entferne. Damit ist Revitalisierung nicht einfach „Veränderung“, sondern ein „Zurück“ zum Wort.
Er empfiehlt, nur notwendige Veränderungen vorzunehmen.
Die erste Frage, die man sich in einer Revitalisierung stellen müsse, sei die schmerzhafte Frage: „Was haben wir falsch gemacht?“. Nur dann könne man den eigenen Kurs korrigieren. Dabei sei zumeist der eigene Instinkt falsch – die Probleme lägen zumeist an anderer Stelle als man selbst vermute.
Oft würden Lösungen von einer Gemeinde, Bewegung oder Einzelperson vorgestellt, die für sie die Lösung dargestellt hatte, aber die kein bisschen das Problem der Zuhörer treffe – Nicht auf einer guten Analyse beruhe. Solche einseitigen Lösungen hätten bereits viele Gemeindeleitungen erschöpft und demotiviert.
Für eine solche Analyse nennt James einige der Kernfragen, die sie sich als Gemeinde gestellt hätten:
1. „Leiten wir durch die Bibel?“
Keine Gemeinde wird absichtlich und bewusst Gottes Wort die Gültigkeit absprechen, aber im Gemeindealltag werde häufig die Bibel verdrängt und der Raum für Gottes Reden nehme immer mehr ab. – Predigten würden weniger herausfordernd und ‚interessanter‘ werden. Irgendwann werde es peinlich, die Grundlagen zu behandeln und zu fragen: „Was ist das Evangelium?“. Wenn die Gemeinde nicht das Evangelium kennt, welche Hoffnung besteht für die Welt, dass sie es kennenlernen kann? Revitalisierung beginne deshalb immer mit Reformation.
2. „Sind wir mit der Nachbarschaft/ Gesellschaft/ Kultur verbunden?“
James entpackt, wie wichtig es ist, die Verkündigung, die Botschaft an die Hörer anzupassen, ohne die Botschaft selbst anzupassen. Die Gemeinde als Ganzes müsse angemessen Kontextualisieren können – wie wir viele Bibelübersetzungen haben. Er verweist ebenfalls auf die sehr großen Konsequenzen hin, die dadurch entstehen, wenn viele Gemeindemitglieder nicht in der Nähe der Gemeinde wohnen würden, sondern längere Anfahrtswege hätten. Denn Menschen kämen durch Menschen und nicht durch Gebäude zum Glauben.
3. „Sind wir für Evangelisation und Jüngerschaft organisiert?“
Viele Gemeinden reagieren auf Rückgang mit einem neuen Programm. Jedoch ein neues Jugendhaus beispielsweise sei nicht der Schlüssel für Erneuerung, sondern Menschen kämen vor allem einfach dadurch zum Glauben, dass Menschen von Jesus hören. Dafür brauchen die Gemeindemitglieder Sicherheit im Evangelium. Es braucht immer Zeit und Mut, die Bereitschaft Jahrzehnte auszuharren, bevor ein Programm sich etabliere.
„Es lohnt sich, darüber nachzudenken, ob die Kirche gut genug organisiert ist, um Wachstum durch Bekehrungen zu ermöglichen. Wie wird jemand von Jesus hören, auf Jesus reagieren und beginnen, zu lernen, wie man mit Jesus als Herrn lebt?“
4. „Erwarten wir Wachstum oder Rückgang?“
Viel zu häufig würden Gemeinden nicht erwarten, dass Gott eingreifen wird. Das hätte direkte Konsequenzen für die Entscheidungsfindung. Entscheidungen würden in der Gemeinde immer mehr für Komfort und weniger für die Mission Jesu getroffen. Eine fehlerhafte Gemeindestruktur, entstehe meist nicht durch eine große, sondern hunderte kleine Entscheidungen. Nostalgie führe eigentlich immer dazu, dass sehr lange Zeiträume sich sehr kurz anfühlten.
5. „Sind wir wirklich bereit, uns zu verändern?“
James weist darauf hin, dass Veränderung nicht durch einen Besuch der richtigen Konferenzen, das lesen der richtigen Bücher und das Erlernen der richtigen Sprache kommen würde. Über Revitalisation zu reden sei relativ leicht, tatsächliche Veränderung sei sehr schwer: wirklich die Bremsen, und damit ein Stück weit die Kontrolle, loszulassen.

+ Reflektion:

Weiterführende Fragen:

  • Sind wir als Gemeinde überhaupt zu einer ehrlichen Selbstprüfung bereit? Evtl.: Warum nicht? 
  • Warum suchen wir so gerne nach der einfachen, oberflächlichen Lösung, der Silber-Kugel für unsere Probleme? Warum ist diese Suche gefährlich?
  • Wie würde ich die von James vorgestellten Fragen beantworten?

Kapitel 6: Veränderung in der Gemeinde gelingt nur, wenn sie auf einer gemeinsamen Vision, biblischer Autorität und klaren Entscheidungsprozessen gründet.

Den Gang einlegen

+ Kurz-Zusammenfassung

Veränderung in der Gemeinde darf nicht Selbstzweck sein, da sie immer Verlust mit sich bringt und zu Widerstand führt. Eine klare, gemeinsame Vision ist entscheidend, um dauerhaft durchzuhalten. Dafür müssen vier Fragen geklärt werden: Was verbindet uns? Was ist unser Ziel? Woher kommt unsere Autorität? Wie treffen wir Entscheidungen? James betont, dass Jesus – nicht Tradition – uns eint. Einheit bedeutet nicht Konfliktvermeidung, sondern gesunder Umgang mit Spannungen. Gemeinde muss Außenstehende im Blick haben und Autorität aus dem Wort Gottes schöpfen. Entscheidungen sollen durch transparente, klare Prozesse erfolgen, damit nicht Einzelne die Gemeinde lähmen. Ziel ist eine geistlich reife, eigenständig ernährte Gemeinde, in der Struktur das Miteinander schützt und Veränderung ermöglicht.

+ Ausführlichere Zusammenfassung:

James betont, dass Veränderung nicht nur in alten Kirchen hart sei, sondern es immer Widerstand gebe – Menschen verändern sich nicht gerne. Denn jede Veränderung komme mit Verlust und Verlust erzeuge Trauer und Ärger, mit denen man umzugehen habe. Leider sei Trauer nicht vermeidbar, jedoch könne man ihre Intensität lediglich verringern, indem man eine klare Vision kommuniziert. Das deshalb wichtig, um langfristige Veränderung zu ermöglichen, denn bei jeder Veränderung gebe es die Tendenz, zunächst wieder in alte Muster zu verfallen. Wenn Menschen die richtigen Motive fehlen, halten sie nicht durch.
„Wenn ich keinen vernünftigen Grund für die Veränderung artikulieren kann, bin ich noch nicht dafür bereit.“

Wenn man die folgenden vier Fragen gemeinsam beantwortet hätte, dann würden die notwenigen Veränderungen sowohl deutlich, als auch möglich:
1. Was hat uns zusammengebracht?
2. Was wollen wir gemeinsam erreichen?
3. Woher kommt unsere Autorität?
4. Wie treffen wir gemeinsam Entscheidungen?

1. Was hat uns zusammengebracht?
Die Kirche ist nicht von einem Komitee, sondern von Jesus geformt worden. Uns eint keine gemeinsame Tradition, sondern ein gemeinsamer Retter. Wenn wir uns an ihn halten, der keinen Wechsel eines Schattens hat (Jas 1,17), können wir jede Veränderung annehmen.
„In der Sekunde, in der Leute über Veränderung reden, geht unsere Verteidigung hoch und wir wechseln in den Modus für Schadens-Begrenzung. Allerdings ist die Kirche nicht Selbst-Erschaffen, also ist sie auch nicht Selbst-Erhalten.“
Oft würden wir die Einheit erhalten und deshalb Konflikte vermeiden wollen, würden dabei aber vergessen, dass diese Einheit von Jesus kam und es auch er ist, der sie erhält! Einheit sei ein Geschenk Gottes(Vgl. Röm 15,5-6). Das Ziel ist nicht ‚kein Konflikt‘, sondern gesunder Konflikt in der Einheit unter dem Evangelium, das uns zusammengebracht hat. Deshalb ist Konflikt in Geduld, Nachsicht, Vergebung, Glaube, Hoffnung und Liebe möglich und sogar erwünscht.

2. Was wollen wir gemeinsam erreichen?
Viel zu oft gehen wir davon aus, dass unser Ziel das Ziel von jedem um uns her ist. Das ist aber zumeist fern der Realität! Für manche ist der Fokus nach oben (Nähe zu Gott), für manche nach außen: Evangelisation, oder nach Innen: herrliche christliche Gemeinschaft. Um dies zu Lösen müsse man sich austauschen. Um dies zu beginnen könne man als Leitung gemeinsam ein Buch lesen, gemeinsam träumen, die Bibel studieren, Artikel lesen und Gottes Wirken miteinander teilen. In John James‘ Kirche wurde ihnen klar, dass es für einen Nicht-Christen sehr unangenehm, ja fast unmöglich war, wirklich Teil der Gemeinde zu werden. Die Leitung fragte sich: „Für wen machen wir das?“, „Würde unser Umfeld überhaupt mitbekommen, wenn wir nicht mehr da wären?“. Es wurden viele nötige Veränderungen klar (z.B. Gottesdienstzeiten, manche Treffen beenden, neue Treffen starten, die Sprache anpassen, Liederauswahl und die Vorhänge).

3. Woher kommt unsere Autorität?
Als Pastor betont James, dass das Wort Gottes die Grundlage aller Autorität ist. Seine höchste Priorität ist es, dass Jesus Raum hat durch sein Wort zu Menschen zu sprechen.
Er betont auch, wie wichtig es sei, dass eine Kirche lerne, sich selbst mit Gottes Wort zu ernähren und dabei nicht völlig auf externe Stellen angewiesen zu sein. Seine Gemeinde sei so in der Vergangenheit nach und nach von Gottes Wort getrennt worden.

4. Wie treffen wir gemeinsam Entscheidungen?
Einigkeit darin zu haben, wie Entscheidungen getroffen werden, ist essentiell für die Einheit. Um Vertrauen aufbauen zu können müssten fünf Fragen beantwortet sein:
„Welche Autorität hast du? Woher hast du sie? In wessen Interesse nutzt du sie? Wem bist du Rechenschaft schuldig? Wie kann ich dich loswerden?“ – Tony Benn.

Für James Gemeinde war es essentiell Mitgliedschaft und Ältestenschaft zu definieren, diese bedeutsam werden zu lassen und einen Weg zu definieren, wie man in diese Positionen kommt.
Ein klarer Prozess de-personalisiert die Entscheidungsprozesse und beugt so Spannungen vor. Wenn der Entscheidungs-Prozess pur informal und relational sei, brauche es nur eine nicht einverstandene Person, um emotionalen Beziehungsdruck aufkommen zu lassen.
Es sei nicht Treue, jede Stimme zu berücksichtigen, sondern schaffe günstige Umstände für eine Tyrannei der Minorität – dass eine Minorität in der Gemeinde den Rest der Gemeinde (emotional) als Geisel nehme.

+ Reflektion:

Weiterführende Fragen:

  • Was hält uns als Gemeinde zusammen? Was/Wer eint uns?
  • Was wollen wir gemeinsam erreichen?
  • Woher kommt die Autorität unserer Ältestenschaft?
  • Wie werden bei uns Entscheidungen getroffen?
  • Wie kann bei uns ungesunde Leitung entmachtet werden?

Kapitel 7: Nur mit richtig eingestellten Erwartungen wird man als Leiter einer Revitalisierung durchhalten können.

Losfahren

+ Kurz-Zusammenfassung

Revitalisierung erfordert Geduld, Demut, geistliche Tiefe und die Bereitschaft, für echtes Wachstum vorbereitet zu sein.
James beschreibt die ersten fünf Jahre der Revitalisierung als chaotisch und oft frustrierend, obwohl Gott unter der Oberfläche wirkte. Vier Erwartungen halfen ihm durchzuhalten:
Erstens braucht Revitalisierung Zeit – erste Ermutigungen kamen nach einem Jahr, Stabilität nach 18 Monaten. Zweitens ist sie unauffällig – man könne kein großes Rampenlicht erwarten. Ihre Gemeinde setzte auf Beziehungen statt Programme, weil echtes Wachstum durch Bekehrungen geschieht – langsam, aber tief. Drittens wird es hart. Geistlicher Kampf gehört dazu, weshalb tägliche Nähe zu Gott nötig ist. Und viertens braucht es Erwartung von Wachstum. Gemeinden müssen geistlich und strukturell bereit sein für das, wofür sie beten – Gott schenke nur, was getragen werden kann, wofür man bereit sei.

+ Ausführlichere Zusammenfassung:

James erzählt von seinen ersten 5 Jahren im Revitalisierungs-Prozess, die sehr chaotisch waren und es oft schwer war zu sagen, wo es wie (überhaupt) voranging. An der Oberfläche fühle es sich manchmal nutzlos an und war frustrierend, jedoch habe Gott unter der Oberfläche unglaublich präzise gewirkt.
Besonders vier Erwartungen waren für ihn sehr wichtig, um durchzuhalten:

1. Die Erwartung, lange Zeit zu brauchen
Erst nach 12 Monaten seien erste echte Ermutigungen aufgekommen und erst nach 18 Monaten hatte sich „der Staub etwas gelegt“.
2. Die Erwartung, unauffällig zu sein
Es gebe keine „Silberne Kugel“ für Erfolg – auch wenn Wachstum durch Mitglieder-Transfer attraktiv sei, sei Wachstum durch Bekehrung das, was es brauche – und das benötige Zeit.
Ihr Vorgehen und Motto war ‚Menschen, nicht Programme‘, es wurde nur so viel Struktur geformt, wie es die Praxis erforderte. In Menschen und Beziehungen zu investieren sei viel härter, als Programme zu starten. Vorteil von einer unauffälligen, einfachen Gemeinde sei es, dass alles was sie zu bieten habe, Jesus sei.
3. Die Erwartung, dass es hart wird
James betont, dass der Teufel es hasse, wenn wirkliche Jüngerschaft das Ziel einer Gemeinde wird. Seine Angriffe könnten die unterschiedlichsten – und unerwartetsten Formen annehmen. Es sei oft sehr leicht, Menschen als Gegner anzusehen, wenn in Realität, es ein Kampf gegen ‚Mächte und Gewalten‘ sei (Eph 6,12). Menschen brauchen Gnade, wir brauchen Demut vor Gott und Widerstand gegen den Teufel (Jak 4,6-7). Deshalb ist es unentbehrlich, sich als Diener in der Erneuerung von Gemeinde täglich Zeit mit Gott zu nehmen.
4. Die Erwartung, zu wachsen
In Phasen von Rückgang wird es oft sehr schwer, sich etwas anderes vorstellen zu können.
„Wenn wir auf Nichts zielen, werden wir es natürlich immer treffen!“
Zu hohe Ziele würden entmutigen, aber zu niedrige könnten bewirken, dass wir nicht bereit sind für das Wachstum, das Gott vorhat zu geben.
Wichtig zu fragen: „Sind wir bereit dafür, dass Gott unsere Gebete erhört?“. Besonders im Bereich neue Christen zu begleiten, seien in ihrer Gemeinde die Kapazitäten viel zu schnell erschöpft gewesen.
„Gott gibt uns, wofür wir bereit sind.“

+ Reflektion:

Weiterführende Fragen:

  • Was sind meine Erwartungen im Bezug auf meine Gemeinde und ihre Entwicklung?
  • Was sind meine Erwartungen im Bezug auf: Zeitspannen, benötigte Kraft und Einsatz, mein Ansehen und Ruf, den Effekt unserer Mühen?
  • Wie weichen meine Erwartungen von den Erwartungen anderer Gemeindemitglieder ab?  Worin sind wir uns einig?

Kapitel 8: Gesunde Revitalisierung braucht klare Prioritäten, strategische Fokussierung und konsequente Dankbarkeit

Auf dem Weg

+ Kurz-Zusammenfassung

James beschreibt drei Herzenshaltungen als grundlegend für Revitalisierung: Erstens, klare Prioritäten – man muss „Nein“ sagen können, um der Hauptaufgabe (z. B. Predigt) treu zu bleiben, ohne die Gemeinde zu vernachlässigen.
Zweitens, strategische Fokussierung – besonders kleine Gemeinden sollten sich auf wenige Dienste konzentrieren, statt sich zu überfordern; Mission müsse bedeutend wichtiger sein als Mitgliederbindung.
Drittens, gelebte Dankbarkeit – auch kleinste Fortschritte sollten gefeiert werden, da sie Motivation und Freude stärken. Vergleiche mit anderen Gemeinden untergraben oft die Freude am eigenen Wachstum.
Diese Haltungen helfen, die lange und oft frustrierende Phase der Erneuerung durchzuhalten.

+ Ausführlichere Zusammenfassung:

James verweist auf drei gesunde Herzenshaltungen, in denen man lernen müsse, permanent zu leben um durchzuhalten.

1. Die richtigen Prioritäten: Sei treu mit denen, die Gott dir anvertraut
James weist darauf hin, dass man als Pastor zu manchen Anfragen (z.B. Hausbesuchen) ‚nein‘ sagen müsse, um treu in anderen Bereichen (wie Predigen) sein zu können. Jedoch müsse man hier die Waage halten und die Herde nicht vernachlässigen. Gott hat die Kirche um den höchsten Preis erkauft, deshalb müssten seine Unter-Hirten umso wertschätzender mit ihr umgehen.
2. Sei fokussiert in deiner Strategie
Haupt-Fokus einer Kirche (und deren Leitung) müsse sein, eine tiefe Liebe zu Gott und zu ihren Nächsten (den Verlorenen) zu kultivieren und sie zu pflegen. Mission zu einer Priorität zu machen, wird erfordern, dass andere Dinge weniger Aufmerksamkeit erhalten. Gerade in kleinen Gemeinden müsse man sich davor hüten, als höchste Priorität zu haben, dass keine Mitglieder die Gemeinde verlassen. Aber wenn das die Priorität sei, könne es nicht die Mission sein. Gerade in einer kleinen Gemeinde müsse man sich auf ein bis zwei Kern-Dienste fokussieren und diese gut machen, wo man in größeren Gemeinden ggf. mehr delegieren könne. Oft werde Aktivität mit Erfolg verwechselt. In einer kleinen Gemeinde könnte Revitalisierung erfordern, dass die Gemeinde zunächst erheblich weniger mache. „Handle entsprechend deiner Größe.“ – damit die Mitglieder nicht ausbrennen und noch genügend Zeit haben, um Qualitätszeit für persönliche Evangelisation zu haben.
„Halte es einfach. Wenn Alles gemacht wird, wird Alles schlecht gemacht. Indem man die entscheidenden Dinge gut macht, bleibt Mission zentral, Leute bleiben motiviert und die Kirche fängt an, Frucht zu bringen.“
3. Sei dankbar in allem
James betont sehr stark, wie wichtig es ist, in wirklich allem dankbar zu sein, kleine (egal wie kleine) Siege gemeinsam zu feiern. Als Gemeinde etablierten sie es, Beweise für Gottes Gnade und Wirken an Anderen stetig zu versuchen zu entdecken und mit ihnen zu teilen. Das sei ein überaus starkes Gegengift für Erschöpfung.
Sich mit anderen (Kirchen) zu vergleichen, würde dabei nur die Freude an Gottes Wirken in uns rauben.
Diese Einstellungen würden uns zeigen können, was wir tun können, wenn wir nicht wissen, was wir gerade tun können. Sie bewahren uns auf dem oft langen (laut Henard 7-10 Jahre) Weg der Revitalisierung.

+ Reflektion:

Weiterführende Fragen:

  • Kann ich „Nein“ sagen? Was hilft mir/ Was sind meine Grenzen? Warum?
  • Worauf müssen wir als Gemeinde uns fokussieren? Welche Dienste sollten wir vorläufig aussetzen?
  • Sind wir eine Dankbare Gemeinde? Wie können wir als Gemeinde Freuden teilen und Erfolge feiern?

Kapitel 9: Das Haupt-Hindernis für jede Revitalisation ist die Person des Revitalisierers selbst.

Schlaglöcher

+ Kurz-Zusammenfassung

James beschreibt zentrale Hindernisse für das Durchhalten in der Revitalisierung: Man darf nicht jeden Konflikt gleichzeitig führen, sondern muss weise Prioritäten setzen – nicht aus persönlicher Vorliebe. Ressourcen sind immer begrenzt, aber man kann trotzdem in heiliger Unzufriedenheit wachsen. Wenn Gemeindeglieder keine klare gemeinsame Vision haben, entsteht Zersplitterung und Rückwärtsgewandtheit. Hier hilft nur geduldiges, liebevolles Leiten durch Gottes Wort. Als größte Gefahr nennt James sich selbst: Stolz macht unbelehrbar, Selbstmitleid raubt Hoffnung, und Zynismus zerstört jede Lernbereitschaft. Doch diese inneren Sünden können – und sollen – vor das Kreuz gebracht werden. In Christus liegt echte Erneuerung

+ Ausführlichere Zusammenfassung:

In diesem Kapitel geht James auf verschiedene Hindernisse für das Durchhalten ein. Denn der Himmel sei nicht auf dieser Erde erreichbar, sondern eine zukünftige Realität.

Zum einen müsse man seine Kämpfe sehr weise auswählen. Alles auf einmal sei nicht möglich. Bei klaren Prioritäten sei es überaus wichtig, nicht nach eigenen Vorlieben zu handeln – dann würden die unvermeidlichen Konflikte dich nicht persönlich treffen können.

Zweitens sind Ressourcen immer limitiert: Menschen, Zeit, Finanzen. Man müsse mit dem arbeiten, was vorhanden ist und Gott vertrauen, dass er gibt, was es braucht. Das widerspreche jedoch nicht dem, auch eine heilige Unzufriedenheit zu kultivieren und sich auf die nächste Phase vorbereiten.

Drittens könnte es in der Gemeinde bei Mitgliedern nur eine sehr limitierte Vision geben, die nicht über das Überleben hinausreicht. Jedoch sei das Resultat einer solchen Sicht nicht ‚keine Vision‘, sondern, dass jeder Einzelne seine eigene Vision habe. Problem sei dabei, dass getrennte Visionen Trennung bewirken würden.
Die Visionen könnten auch auf die Vergangenheit ausgerichtet sein und damit blind für die Gegenwart. Ein auf die Vergangenheit bezogener Stolz führe oft zu Unzufriedenheit, wo eigentlich kollektive Umkehr und Glaube nötig sei.
Die Antwort sei hier, der Herde als ein Hirte in Gottes Liebe und Vorbild, mit Gottes Wort zu dienen. Indem sich Gott der Gemeinde durch sein Wort zeige, würde Umkehr, Glaube, Vision und Liebe blühen.

Als Revitalisierer sei der größte limitierende Faktor man selbst. James nennt drei Sünden, die alle gute Arbeit in einer Revitalisierung zunichte machen könnten:
1. Stolz: Man kann schnell denken, dass man alle Antworten hat und nicht mehr für Gott, sondern für den eigenen Namen anfangen zu arbeiten. Jedoch sei ein besserwissender, unsicherer Leiter in einem fragilen Kontext einer Revitalisierung die perfekte Mischung für eine atomare Explosion.
2. Selbstmitleid: Die meisten Revitalisierungen bieten keine Flitterwochen-Phase. Und durch die harte Arbeit stünde man schnell in der Versuchung zu denken, dass man etwas Besseres verdient habe: ‚Warum muss das so hart sein?‘. So verliere man den Fokus auf Gott, sei wie ein schwarzes Loch in uns, das alles Gute aufsaugt.
3. Zynismus: Er führe zu einer skeptischen Grundhaltung, die nicht mehr offen für objektive Bewertung sei, sondern alles zum Scheitern verurteilt ansehe. Er stoppe uns zu lernen, zu testen und zu versuchen, zu beten, zu vertrauen.
Jedoch zeigt James, dass wir mit diesen Sünden vor das Kreuz kommen dürfen, demütig. Sie müssen uns nicht immer weiter bedrücken und in Scham gefangen halten, weil sie schon bezahlt sind. Gott werde sein begonnenes Werk auch beenden (Phil 1,6).

+ Reflektion:

Weiterführende Fragen:

  • Welche Vision kann jedes einzelne Mitglied unserer Gemeinde ergreifen?
  • Wie können wir eine Kultur etablieren, die Konflikte nicht meidet, sondern sauber angeht?
  • Wo stehe ich in der Gefahr, mich von meinen Vorlieben und nicht Gottes Wort treiben zu lassen?
  • Von wem kann (und will) ich nichts lernen? Bin ich belehrbar?
  • Wo bin ich versucht meinen Blick nicht auf Gott zu richten und Selbstmitleid Raum zu geben? Was würde ein fester Blick auf Gott in meiner Einstellung ändern?

Kapitel 10: Ohne ein klar formuliertes Ziel weiß man nie, wann und ob man angekommen ist.

Sind wir bald da?

+ Kurz-Zusammenfassung

Um zu wissen, ob man ‚da‘ ist, müsse das Ziel klar definiert sein. Zu schnell werde Wachstum und Veränderung mit ‚da‘ verwechselt.
Zahlen-Wachstum solle nicht so sehr der Fokus sein, als viel mehr gesunde, andauernde, Gott-verherrlichende, Christus-zentrierte Jüngerschaft. Mehr Leute und Finanzen sei nicht das Selbe wie Erfolg, weil das Leben von Gott komme.
Timothy Keller beschreibt als Anzeichen einer erneuerten Kirche die Bekehrung von Namenchristen, das Erwachen schlafender Kirchenmitglieder, Nicht-Christen die zum Glauben kommen. Die Kirche werde immer präsenter für ihr Umfeld.

+ Reflektion:

Gebet:

„Herr, öffne meine Augen, damit ich meine Gemeinde so sehen kann, wie Du sie siehst. Mache mich bereit, mich völlig dir hinzugeben, damit du mich so formen kannst, wie es dir gefällt. Lass mich ein Werkzeug in deinem Reich sein, an dem du Freude hast. Ich kann es nicht. Tu du es. Hilf mir durchhalten. Danke, dass ich dir vertrauen darf.“

Weiterführende Fragen:

  • Haben wir klar formuliert, wann wir als Gemeinde angekommen sind?
  • Was ist Gottes Ziel mit meiner Gemeinde? Wann ist er fertig damit?
  • Wann bin ich versucht, mich mit weniger zufrieden zu geben als Gott für uns vorgesehen hat?