Thom S. Rainer
Autopsie einer toten Gemeinde
12 Wege, deine Gemeinde am Leben zu erhalten
Zusammenfassung

Kurz-Zusammenfassung des Buches:
Thom Rainer kommt bei den von ihm untersuchten gestorbenen Kirchen zu dem Ergebnis, dass die dem Tod der Kirchen zugrundeliegende Ursache, fehlende Liebe war, die sich v.a./u.a. in Selbstbezogenheit und Bequemlichkeit ausdrückte. In diesem schleichenden Prozess in dem so der Charakter Gottes nach und nach aus den Gemeinden verschwand, wurden die Kirchen vor ihrem Tod immer weniger zu Kirchen Jesu.
Über den Autor
Thom Rainer leitet die Ministry von „Church Answers“, ist Autor zahlreicher Bücher über Gemeindegesundheit und Revitalisation.
Über das Buch
In seinem Buch „Autopsy of a deceased church” analysiert Rainer 14 gestorbene Gemeinden und fasst die Ursachen für ihren Tod zusammen, zeigt Symptome auf und zieht biblisch-exegetische Erkenntnisse zur Analyse heran. Alle seine Punkte veranschaulicht er mit sehr persönlichen und Mitgefühl zeigenden Geschichten, die seine Ausführungen effektiv kommunizieren.* In seinem Resümee gibt er Anleitung zur Analyse der eigenen Gemeinde und 12 hilfreiche Tipps im Hinblick auf mögliche Schritte zur Erneuerung der Gemeinde in 3 verschiedenen Krankheitsstadien. Jedes Kapitel schließt er mit sehr gut zusammenfassenden Reflektionsfragen und einem Gebet ab. *die bei dieser Zusammenfassung nur Bruchstückhaft berücksichtigt werden konnten. Ein Kauf des Buches von knapp 100 sehr kurzen Seiten lohnt sich sehr.
Kapitel 1
Sterbende Kirchen zeigen meist sich wiederholende Muster
Kapitel 2
Jede der untersuchten Gemeinden war langsam erodiert: auf die gefährlichste Art, zu sterben
Kapitel 3
Warum langsame Erosion in den Gemeinden zugelassen wird
Kapitel 4
Die Gemeinde lehnte ab, wie ihr Umfeld auszusehen
Kapitel 5
Die Finanzen wanderten immer mehr nach Innen
Kapitel 6
Die Methoden ersetzten das Herz der Mission Jesu nach und nach
Kapitel 7
Durch Vorlieben getriebene Gemeinde
Kapitel 8
Häufige Pastorenwechsel und frustrierte Mitarbeiter
Kapitel 9
Gebetstreffen werden zu leeren Hüllen
Kapitel 10
Der Grund für die Existenz der Gemeinde wurde vergessen
Kapitel 11
Nebenthemen wurden emotional immer stärker aufgeladen
Kapitel 12
Eine Gemeinde mit leichten Symptomen
Kapitel 13
Eine Gemeinde mit schweren Symptomen
Kapitel 14
Möglichkeiten für sterbende Gemeinden
Kapitel 1: Sterbende Kirchen zeigen meist sich wiederholende Muster.
+ Kurz-Zusammenfassung
Es gibt sich wiederholende Muster in sterbenden Gemeinden. Alle sind einen Weg gegangen, der zu ihrem Tod führte. Keine Gemeinde will sterben und trotzdem sterben so viele. Warum? Durch die Durchführung von „Autopsien“ kann nachverfolgt werden, woran eine Kirche gestorben ist. Andere können daraus lernen, um in Zukunft diese Ursache zu vermeiden.
+ Ausführlichere Zusammenfassung:
1.1 Einleitung
Rainer erzählt die Geschichte einer Gemeinde, die er als sterbend diagnostiziert hatte, in der er gedient hatte und die diese Diagnose ablehnte und damit auch jede Behandlung.
Sie starb – auch wenn sie noch länger überlebte als gedacht, diese Jahre des Überlebens konnte man jedoch kaum ein Leben nennen.
1.1.2 Die Autopsie
Nachdem die Gemeinde traurigerweise tatsächlich gestorben war, rief Rainer ein Freund aus der Gemeinde an. Zusammen konnten sie eine recht genaue Autopsie durchführen und nachvollziehen warum die Gemeinde gestorben war.
1.1.3 Warum überhaupt die Mühe?
Autopsien sind nicht schön, sondern sehr schmerzhaft, aber so können wir wissen, was das Problem war – und daraus lernen.
Rainer analysierte 14 gestorbene Kirchen und fasste die sich häufig wiederholenden Muster in diesem Buch zusammen.
Alle hatten gemeinsam, dass sie Wegen gefolgt waren, die zu ihrem Tod führten.
Rainer verweist auf Matt 16,18: Die Kirche wird niemals sterben, aber Gemeinden können und sind gestorben!
+ Reflektion:
Gebet Kapitel 1:
„Gott, öffne meine Augen, damit ich meine Gemeinde so sehen kann, wie Du sie siehst. Lass mich erkennen, wo Veränderung nötig ist, selbst wenn es für mich schmerzhaft ist. Und bitte gebrauche mich als Werkzeug dieser Veränderung, egal wie hoch der Preis auch ist.“
Weiterführende Fragen:
- Wenn deiner Gemeinde heute eine „Gesundheitsuntersuchung“ verordnet würde, wie wäre wohl die Diagnose: gesund, leicht krank, sehr krank oder im Sterben? Warum?
- Warum weigern sich viele Mitglieder in sterbenden Kirchen, den Verfall der Gemeindegesundheit zu sehen?
Untersuche, wie Kirchen sterben können, im Kontext von Stellen wie Matthäus 16,18, die sagen, dass der Hades nicht siegen wird.
Kapitel 1&2:
Jede der untersuchten Gemeinden war langsam erodiert: auf die gefährlichste Art, zu sterben.
+ Kurz-Zusammenfassung
- Langsame Erosion
Langsame Erosion ist meistens für die unsichtbar, die Tag für Tag die kleinen Schritte nicht sehen, die auf dem Weg zum Tod geschehen. Ein Bild von Früher oder jemand, der im Abstand von einigen Jahren die Situation sieht, wird oft schockiert sein, wie viel sich verändert hat – und nicht nur zum Guten! [1]
Jede der analysierten Gemeinden war langsam erodiert. Diese Art zu sterben ist bei weitem die Gefährlichste, da niemand die Dringlichkeit sieht, etwas zu verändern.
Bereiche von Erosion:
- Lebendige, leidenschaftliche Dienstbereiche
- Gebetsleben der Mitglieder
- Außen-Fokus der Gemeinde
- In der Verbindung mit der Gesellschaft
- In den Hoffnungen und Träumen der Mitglieder
- (Also nicht nur Zahlen in Finanzen, Taufen, Mitgliedern und Gottesdienstbesuchern)
Rainer verweist auf Haggai 1, 2-4 & 9: Die Israeliten hatten das Haus Gottes vernachlässigt, das langsam verweste und verwucherte.
Gott hasste es damals und so auch heute, wenn er hinten angestellt wird! [2]
[1] Vgl. Rainer, Autopsy, 11 – 13.
[2] Vgl. Rainer, Autopsy, 11 – 14.
+ Reflektion:
Gebet Kapitel 2:
„Gott, bitte lass mich Teil der Lösung und nicht des Problems sein. Zeige mir, was ich sehen muss. Öffne meine Augen für Deine Wirklichkeit. Und gib mir den Mut, in die Richtungen zu gehen, die Du dir für mich wünschst.“
Fragen Kapitel 2:
- Wie sah deine Gemeinde vor zwanzig Jahren im Vergleich zu heute aus? Sprich mit anderen, um eine ehrliche Einschätzung zu erhalten. Siehst du Anzeichen eines schleichenden Verfalls?
- Wie ähnelt die Vernachlässigung des Tempelbaus in Haggai 1 dem schleichenden Verfall heute?
- Was meinst du, was Gott in Haggai 1,9 mit „während jeder von euch mit seinem eigenen Haus beschäftigt ist“ meinte?
Kapitel 3:
Warum langsame Erosion in den Gemeinden zugelassen wird
+ Kurz-Zusammenfassung
Die analysierten Gemeinden klammerten sich mit der Zeit immer mehr an Dinge, die ihren Vorlieben entsprachen. Dabei rutschte ihr Fokus immer mehr auf sich selbst: die Stimmung, die man sich wünschte und deren Konservierung – bzw. Rückgewinnung. So wurden die Gemeinden immer egoistischer und weniger fähig, ihrem Umfeld zu begegnen.
+ Ausführlichere Zusammenfassung:
Die glorreiche Vergangenheit
Alle 14 analysierten Gemeinden waren an langsamer Erosion gestorben.
Keine von ihnen hätte sterben müssen, wenn die Mitglieder der Realität entgegengetreten wären und sich in Gottes Kraft hätten verändern lassen, sie hätten den Rückgang verhindern können.
Aber warum waren sie dazu nicht bereit? Was hat sie geblendet?
Mit jedem kommenden Jahr wurde sich mehr an bestimmte (vergangene) Dinge geklammert: „Wir wollen es so wie damals… wir wollen diese Stimmung, das und das zurück – wir wollen die Gemeinde, wie sie uns gefällt!“
- In keinem der Fälle handelte es sich dabei um biblische Wahrheiten, Moral oder Doktrine… es waren immer Präferenzen!
Die Kirchen sagten (bewusst oder unbewusst): „Wir sterben, bevor wir uns ändern!“ – Und das haben sie getan.
Das, was die „Glaubenshelden“ in Hebräer 11 taten, war Dinge nicht festzuhalten und im Glauben auf eine ungewisse Zukunft hin zu leben. Dafür gaben sie Bequemlichkeit, Häuser, ihren Lebensstil, ihren Besitz und sogar ihr Leben auf.
In ihren Augen gab es nicht die „guten alten Tage“, sondern die glorreiche Zukunft!
– Sie wussten: Dieses Leben ist nicht dafür da, um es sich bequem zu machen.
Hinzufügung: Jesus sagte in Lk 9,62: „Jesus aber sprach zu ihm: Niemand, der seine Hand an den Pflug legt und zurückblickt, ist tauglich für das Reich Gottes!“
Der Vergangenheit anzuhängen, bedeutet immer, sich an die Dinge dieser Welt zu hängen.
Die Vergangenheit ist wichtig, aber wir können weder in ihr, noch für sie leben.
Rainer erzählt die Geschichte von Harry Truman, der ein Haus am Fuß des St. Helens hatte und mit ihm unterging, weil er – obwohl häufig gewarnt, angebettelt von Familie und Offiziellen, dass der baldige Ausbruch ihm das Leben kosten werde – es nicht über das Herz brachte, das Haus loszulassen.
In gewisser Weise beging er damit Selbstmord.
An was halten sterbende Kirchen fest?
- Lobpreis-Stile
- Gottesdienst-Ordnungen, Anzahl der Gottesdienste
- Gebäude und Räume
- An alten Pastoren (kein neuer ist in den Augen gut genug)
Aber mehr als alles andere: Sterbende Kirchen hielten daran fest, sich auf ihre eigenen Nöte und Wünsche zu fokussieren, anstatt die Anderer. Sie sahen nach Innen, anstatt nach Außen.
Wer sich also auf die Vergangenheit konzentriert, die vergeht, wird mit ihr vergehen. Deshalb sind diese Gemeinden Geschichte. Weil sie an ihrem Bild von der Vergangenheit festhielten.
Anders als die Glaubenshelden, die NICHTS festhielten, hielten sie alles fest, was ihr Leben glücklich und komfortabel machte.
Wie Harry Truman, entschieden sie sich für den Tod.[1]
[1] Vgl. Rainer, Autopsy, 17 – 23.
+ Reflektion:
Kapitel 3 Gebet:
„Gott, gib mir die Überzeugung und den Mut, wie die Helden aus Hebräer 11 zu sein. Lehre mich, nicht an meinen persönlichen Vorlieben und Stilen in meiner Gemeinde festzuhalten. Zeige mir nicht nur, wie ich loslassen kann, sondern auch, wo ich loslassen soll, damit ich Deinen Geboten genauer folgen kann.“
Weiterführende Fragen Kapitel 3:
- Gibt es Bereiche in deiner Gemeinde, in denen du dich aufgrund deiner eigenen Vorlieben gegen Veränderungen wehrst?
- Was ist das gemeinsame Thema unter den Helden in Hebräer 11?
- Betrachte Hebräer 11,13-16 und diskutiere es im Hinblick auf Gemeinden, die sterben, weil sie an der Vergangenheit festhalten.
Kapitel 4:
Die Gemeinde lehnte ab, wie ihr Umfeld auszusehen
+ Kurz-Zusammenfassung
Jede Gemeinde entsprach in ihrer Kultur einmal ihrem Umfeld. Diese Kultur wurde jedoch in den Gemeinden konserviert, während sich die Kultur des Umfeldes änderte. So wurden die Gemeinden immer weniger anschlussfähig und relevant für ihr Umfeld, weshalb gerade junge Menschen und Familien immer weniger Sinn in der Gemeinde sahen. Die Gemeinden versuchten, Menschen in ihre Gemeinde zu holen, lehnten jedoch ab, ihre Gemeinde an deren Bedürfnisse anzupassen, wodurch sich Besucher nicht willkommen fühlten. So wurden die Gemeinden zu uneinnehmbaren Festungen für Neue: Der Todesmarsch der Gemeinden begann.
+ Ausführlichere Zusammenfassung:
- Die Gemeinde lehnte ab, wie ihre Umgebung auszusehen
So gut wie jede Gemeinde sah einmal so aus wie ihre Umgebung: Sie reflektierte die Kultur. Doch dann veränderte sich das Umfeld und die Gemeinde blieb gleich.
Mögliche Veränderungen: Ethisch, Alter, Sozial, Ökonomisch, …
Die Gemeinde hörte auf, Menschen dieses Umfeldes anzuziehen, Familien zogen sich nach und nach zurück, junge Menschen rückten nicht nach oder suchten sich andere Gemeinden, da sie keinen Sinn darin sahen, eine Gemeinde zu besuchen, die nicht relevant ist.
So beginnt die Kirche ihren Todesmarsch.
Es wird versucht, Menschen in die Gemeinde zu bringen, aber keine der sterbenden Gemeinden ging hin und wurde Teil des Umfeldes.
Der Gedanke, die Leitung an Kirchenferne Leute abzugeben, erscheint für Mitglieder wie Verrat. Sie haben sich ja in diese Kirche investiert, während Außenstehende niemals auch nur einen Cent gegeben haben.
Warum also, sollte man zulassen, dass sie die Gemeinde übernehmen?
So wurde die Gemeinde zu einer Festung.
Eine Festung hat 2 Ziele:
- Denen drinnen Sicherheit bieten
- Außenstehende draußen halten
Jede sterbende Kirche wird verneinen, dass sie eine Festung ist.
Aber trotzdem war es immer so:
Menschen des Umfeldes fühlten sich nicht willkommen in der Kirche.
(Eine Festung ist dann effektiv, wenn keiner reinkommt – Kennzahl für eine Festung)
Die in der Gemeinde waren mehr darum besorgt, ihre Art und Weise zu beschützen, wie sie „Kirche machen“, als darum, ihr Umfeld zu erreichen.
„Ich zuerst“ = Tod
„Andere zuerst“ = Leben
Philipper 2,1-4: Lebendige Gemeinden drehen sich um die Bedürfnisse Anderer, sie sind umsorgt für ihr Umfeld!
Die Autopsie zeigte: Die Gemeinden waren selbstzentriert und selbstbefriedigend geworden.
+ Reflektion:
Kapitel 4 Gebet:
„Gott, gib meiner Gemeinde und mir ein Herz für unsere Gemeinschaft. Lass mich die Menschen durch Deine Augen sehen und gib mir den Mut und die Weisheit, loszulassen, damit andere, die diese Gemeinschaft besser widerspiegeln, uns führen und lehren können.“
Weiterführende Fragen Kapitel 4:
• Bemüht sich deine Kirche, ihre Gemeinschaft zu erreichen und ihr zu dienen, sogar bis hin zum Abgeben von Autorität, um die Menschen besser zu erreichen? Erkläre dein „Ja“ oder „Nein“.
• Wann verhält sich eine Kirche wie eine Festung?
• Wie bezieht sich Paulus’ Ermahnung an die Gemeinde in Philippi auf die heutige Wirkung von Kirchen auf ihre Gemeinschaften?
Kapitel 5:
Die Finanzen wanderten immer mehr nach Innen
+ Kurz-Zusammenfassung
Wo das Geld hinfließt, da ist das Herz der Kirche.
Sterbende Gemeinden haben in der Regel weniger nach außen zu geben. Personalkosten sind in der Regel – zusammen mit Gebäudekosten – die letzten, die gekürzt werden. Dadurch, dass andere Finanz-Fluss-Zweige absterben, werden die nach innen gerichteten Geldströme proportional immer größer.
Warum Personalkosten als Letztes?
Weil Mitglieder sie als ihre persönlichen Versorger und Seelsorger halten. Auch in gesunden Gemeinden gibt es solche Jobs, aber in sterbenden Kirchen wird meistens erwartet, dass sich das Personal nur noch um „mich“ kümmert. Mitarbeiter sind damit nicht mehr inkarnatorisch im Umfeld unterwegs. Mitarbeiter sind nur weitere Hände für die Mitglieder.
Die Abstriche, die als erstes gemacht werden, sind eig. Immer die mit Außen-Fokus, von denen die Mitglieder nichts direkt haben.
Ja, die Finanzen waren nicht mehr da…
– Aber interessant, dass nicht als erstes die nach innen gerichteten Stellen gestrichen wurden.
Markus 10,21-22: Der reiche Jüngling war tatsächlich traurig, dass er nicht bereit war, Jesus nachzufolgen. Er konnte einfach nicht loslassen!
Viele Kirchen sind reich gestorben – Es kommt nicht darauf an, wie viel man hat, sondern was man mit dem Geld macht!
Diese Gemeinden haben Angst davor nicht „genug Geld“ zu haben, wenn sie es investieren würden. Also sterben sie mit „genug“ Geld.
Muster aller sterbenden Kirchen: Statt den Missionsbefehl zu finanzieren, dienen Finanzen nach und nach nur noch dazu, die eigene Maschinerie am Laufen zu halten.
Geld ist hier nur ein Symptom eines Herzfehlers. Und an diesem Herzfehler des Innen-Fokuses (=Lieblosigkeit) starben die Gemeinden.
+ Reflektion:
Kapitel 5 Gebet:
„Herr, hilf mir zu begreifen, dass all das Geld, von dem ich denke, dass es mir gehört, in Wirklichkeit Deins ist. Hilf mir zu erkennen, dass auch das Geld unserer Gemeinde nicht der Gemeinde gehört, sondern Dir. Gib uns ein großzügiges Herz, um diese Mittel gemäß Deinem Willen zu verwenden.“
Weiterführende Fragen Kapitel 5:
- Wie würde sich das Budget und die Mittelverwendung einer gesunden Kirche von einer sterbenden Kirche unterscheiden?
- Wie lehrt uns die Geschichte des reichen Jünglings in Markus 10, wie eine Gemeinde das ihr zur Verfügung stehende Geld sehen könnte?
- Welche Möglichkeiten haben Gemeinden, ihre Mittel von einem überwiegend nach innen gerichteten Fokus auf einen nach außen gerichteten Fokus umzulenken?
Kapitel 6:
Die Methoden ersetzen das Herz der Mission Jesu nach und nach
+ Kurz-Zusammenfassung
+ Ausführlichere Zusammenfassung:
- Der Missionsbefehl wird zur Missionsbelastung
Die meisten Gemeinden sind mit einem großen Herz für den Missionsbefehl gestartet. Doch über Zeit ersetzten die Methoden den Missionsbefehl an sich.
Menschen müssen sich an die Vergangenheit erinnern, aber Gemeinden dürfen niemals versuchen, die Vergangenheit zu versuchen nochmals zu wiederholen oder zurückzuholen. Sterbende Gemeinden vergessen die Gründe hinter dem vergangenen Wachstum.
(Warum sind Gemeindemitglieder daran gewöhnt zu denken, dass so wie sie sich Kirche wünschen, der Beste Weg sei?
Die Kirchen erfuhren Wachstum, weil die Mitglieder damals die Gesellschaft abbildeten und so wie sie Kirche dachten, wünschten und lebten gesellschaftlich relevant war. Doch in einer sich verändernden Welt müssen heute andere Leute Gemeinde denken und planen dürfen, um Wachstum zu ermöglichen)
Wachsende Gemeinden haben den Missionsbefehl auf dem Herzen, sterbende Gemeinden haben den Befehl Jesu vergessen. -> evtl. besser gesagt: sie haben sich für Ungehorsam entschieden!
Der Befehl Jesu war nicht nur: „geht!“, sondern auch:
- „Macht Jünger!“
- „Tauft!“
- „Lehrt sie!“
Den Missionsbefehl zu befolgen erfordert automatisch sich nicht um sich selbst zu drehen, man kann sich nicht zurücklehnen, man muss zwingend die eigene Komfortzone verlassen.
Den Missionsbefehl zu befolgen erfordert auf Jesus und sein Wirken und seine Versorgung zu vertrauen. Auch das wird in sterbenden Gemeinden nicht praktiziert.
Dieser Prozess geschieht immer schleichend! (Keine Gemeinde hört von der einen auf die andere Woche komplett auf, missionarisch zu sein.) Kaum ein Mitglied sah diese Veränderung und wenn doch wurden sie vom Großteil der Gemeinde ignoriert. Für den Missionsbefehl engagiertere Mitglieder verließen dann die Gemeinde und ließen die es sich bequem machenden Mitglieder für die Totenwache zurück.
Es ist zu nett zu sagen, dass die sterbenden Gemeinden den Missionsbefehl vergessen hatten. Sie waren Jesus und seinen Befehlen schlicht ungehorsam!
Mitglieder der sterbenden Gemeinden wollten die Erfolge der Vergangenheit, aber ohne die Kosten. Sie wollten Erweckung ohne Teil ihrer Umgebung zu werden, ohne Geld zu investieren, ohne Eigeninitiative, ohne Gebet, ohne Opfer, ohne harte Arbeit!
Schockierend war, dass selbst wenn temporäres Wachstum geschah, die Gemeindemitglieder die Menschen nur dann akzeptierten, wenn sie wie sie waren und die Kirche nicht veränderten. – Wachstum durfte nur geschehen, wenn sie dadurch keine Vorteile und Komfort einbüßen mussten.
(Bewusstsein muss sein, dass jeder neue Mensch die Gemeinde ändert)
+ Reflektion:
Kapitel 6 Gebet:
„Herr, erinnere mich daran, dass ich ein Christ des Missionsbefehls bin und dass meine Gemeinde eine Gemeinde des Missionsbefehls ist. Erinnere mich daran, dass ich in Deiner Kraft alles tun soll, um meine Gemeinde mit der verwandelnden Kraft des Evangeliums zu erreichen.“
Weiterführende Fragen Kapitel 6:
- Warum sind die Mitglieder sterbender Kirchen oft nostalgisch auf die „guten alten Zeiten“ bezogen? Welche biblischen Implikationen hat diese Denkweise?
- Betrachte und beschreibe die verschiedenen Teile von Matthäus 28,19-20. Ist deine Kirche diesen biblischen Befehlen eher gehorsam oder ungehorsam?
- Was ist der Zusammenhang zwischen Jesu Versprechen, in Matthäus 28,20 immer bei uns zu sein, und einer Denkweise, die auf das eigene Wohlbefinden fokussiert ist?
Kapitel 7:
Die durch Vorlieben getriebene Gemeinde
+ Kurz-Zusammenfassung
– Thom Rainer
+ Ausführlichere Zusammenfassung:
7.1 Die durch Vorlieben getriebene Kirche
Jede der Gemeinden hatte vor ihrem Tod einen signifikanten Anteil von selbstzentrierten Leuten in der Gemeinde.
Ist das der Fall, kann der Sterbeprozess verlangsamt und der Tod hinausgezögert werden, aber der Tod ist unvermeidbar.
KEINE Gemeinde kann auf Dauer überleben, die auf ihre eigenen Vorlieben in…
- Musikstil
- Länge und Anordnung des Gottesdienstes
- Design und Dekoration der Gebäude und Inneneinrichtung
- Aktivitäten und Programme
- Mitarbeitern und Angestellten
…besteht.
Selbstzentrierte Gemeinden, die sich nur um ihre Vorlieben drehen, sterben unweigerlich!
(wenn sie nicht umkehren)
Das „lifeblood“ jeder Gemeinde, ist es, mehr wie Jesus zu sein, seine selbstlose Liebe zu haben.
Rainer erzählt eine sehr lesenswerte und traurige Geschichte aus dem Sterbeprozess einer Gemeinde, die hier nicht wiedergegeben werden kann.
Ich, Mein, Mir, …
Diese Einstellung ist nicht mit der Bibel vereinbar!!!
Phil 2,5-11: In dieser Passage geht es in erster Linie nicht um Gehorsam, sondern dem selbstlosen Vorbild Jesu zu folgen. Jesus:
- Gab seine Stellung auf
- Leerte sich selbst
- Demütigte sich selbst
- Wurde gehorsam bis zum Tod.
Die Definition einer Kirche ist, eine Gemeinschaft von Gläubigen zu sein, die für das Wohl der Welt existiert.
Wenn die Mitglieder also selbstzentriert werden, werden sie immer weniger zur Kirche Jesu.
Jede sterbende Gemeinde, ist also schon vor ihrem für uns sichtbaren Ende ihrer Existenz keine Kirche mehr gewesen.
(So gesehen stirbt also keine einzige Kirche, sondern nur das Konstrukt, was sich so nennt, aber keine Kirche ist!)
+ Reflektion:
Kapitel 7 Gebet:
„Herr, öffne mir die Augen für die Bedürfnisse anderer. Zeige mir, wie ich mehr wie dein Sohn leben kann, der immer die Interessen der anderen an erste Stelle setzte. Besonders lass mich diese Haltung in meinem Dienst in der Gemeinde zeigen.“
Weiterführende Fragen Kapitel 7:
- Welche Bereiche gibt es leider häufig, in denen Gemeindemitglieder auf ihren eigenen Vorlieben bestehen? Warum, denkst du, geschieht das?
- Lies 1. Korinther 12,12-27 und überlege, wie diese Stelle uns zeigt, die richtige Haltung in der Gemeinde zu haben.
- Lies Philipper 2,5-11 und vergleiche die Haltung Christi mit der Haltung eines egoistischen und anspruchsvollen Gemeindemitglieds.
Kapitel 8:
Häufige Pastorenwechsel und frustrierte Mitarbeiter
+ Kurz-Zusammenfassung
+ Ausführlichere Zusammenfassung:
In 10/14 Gemeinden, die analysiert wurden hatten in den letzten Jahren (teilweise 2 Jahrzehnten) vor ihrem Tod alle 2-3 Jahre neue Pastoren.
- Sterbende Gemeinden möchten zwar Veränderung in der Theorie, aber sie Widerstehen echten nötigen Veränderungen, was Pastoren (und Mitarbeiter) frustriert und zu schnellen Wechseln führt.
Der Pastorale Kreislauf
Die Gemeinden stellten einen neuen Pastor an, um die Gemeinde gesunden zu lassen. Der Pastor kam und nahm einige Änderungen vor, die der Gemeinde nicht gefielen und die sie ablehnten. Der Pastor wurde entmutigt und kündigte (oder wurde gefeuert).
Wiederhole den Kreislauf ab hier.
Aus der Email eines Pastors: Bei der Einstellung beteuerte die Gemeinde, dass sie offen für Veränderung und Leitung sei. Er dachte, dass er anders sein könnte als die vielen Pastoren vor ihm. Als die Gemeinde ihn dann feuerte sprach er sie darauf an und bekam die Antwort: „Ja, aber solche Veränderungen waren nicht gemeint.“
Grob lassen sich im Pastoralen Dienst verschiedene Saisonen erkennen:
- Flitterwochen (Jahr 1): Alles ist wunderbar!
- Konflikte und Herausforderungen (Jahr 2-3): Man entdeckt nach und nach mehr und mehr Fehler.
- Wegkreuzung Teil 1 (Jahre 4-5): Je nachdem wie groß die Konflikte waren (macht sich oft an der Spiritualität der Gemeinde und des Pastors fest), verlässt der Pastor die Gemeinde. In diesen Jahren finden die meisten Pastoren-Wechsel statt.
- Früchte und Ernte (Jahre 6-10): Aus der tiefen Einheit, die durch die Herausforderungen entstanden ist, sind das die fruchtvollsten Dienst-Jahre in fast jeder Kategorie.
- Wegkreuzung Teil 2 (Jahr 11+): Nach dieser Zeit (sehr selten) gibt es 2 Wege, die Pastoren zu gehen scheinen:
- Entweder bringt er neuen Schwung und neue Belebung
- Oder er widersteht Veränderungen und wird selbstzufrieden.
Was war mit den anderen 4 Gemeinden, die keine schnellen Pastorenwechsel hatten?
Alle Pastoren dieser Gemeinden hatten die Einstellung der Gemeindemitglieder angenommen bzw. akzeptiert und dem Selbst-Fokus nicht widerstanden.
Ihnen war Konflikt-Vermeidung wichtiger als der Tod der Gemeinde.
+ Reflektion:
Gebet Kapitel 8:
„Gott, bitte gib unserem Pastor ein Herz und eine Vision, Menschen auch außerhalb unserer eigenen Mauern zu erreichen und zu dienen. Lehre mich, die Art von Kirchenmitglied zu sein, die unseren Pastor ermutigt und unterstützt, damit Entmutigung und Desillusionierung nicht zur Trennung führen.“
Fragen Kapitel 8:
- Beschreibe den typischen Zyklus der Amtszeit eines Pastors in einer sterbenden Kirche. Warum entwickelt sich dieses Muster? Wie kann es umgekehrt werden?
- Untersuche die Phasen der pastoralen Amtszeit und identifiziere, welche beiden Phasen in einer sterbenden Kirche häufiger vorkommen. Warum ist die Amtszeit eines Pastors überhaupt wichtig in einer Kirche?
- Paulus forderte Timotheus auf, seinen Dienst zu erfüllen, indem er „das Werk eines Evangelisten tut“ (2. Tim 4,5). Welche Herausforderungen könnte ein Pastor in einer sterbenden Kirche haben, um dieses Mandat zu erfüllen?
Kapitel 9:
Gebetstreffen werden zu leeren Hüllen
+ Kurz-Zusammenfassung
+ Ausführlichere Zusammenfassung:
Die Gemeinden beteten selten gemeinsam
Auf die Frage: „Habt ihr gemeinsam gebetet?“ war immer ein Moment des Zögerns erkennbar.
Ja, man hatte Gebet als festen Bestandteil des Programmes.
Aber in sterbenden Gemeinden war wenig/ kein Enthusiasmus im Gebet, kein Feuer, keine große Erwartung, dass tatsächlich etwas geschehen könnte.
Treffendere Frage an Gemeinden ist vermutlich: „Wie sahen eure Gebetstreffen/ -Zeiten aus? Denkst du, dass es bedeutsame Gebetszeiten waren?“
-Darauf war immer die Antwort: Im Rückblick, Nein. Es war mehr eine Tradition oder ein Ritual.
„Gebet und die Gesundheit einer Gemeinde gehen Hand in Hand. Wenn die Gemeinde in bedeutungsvollem Gebet engagiert ist, wird dieses Gebet sowohl zur Ursache, als auch zum Ausdruck der Gesundheit der Gemeinde.“
Apostelgeschichte 2: Die Gemeinde in Jerusalem war sehr stark im Gebet engagiert: Es war ihr Lebensblut.
Blutleeres Gebet ohne Leidenschaft kennzeichnete immer den Sterbeprozess einer Gemeinde.
+ Reflektion:
Kapitel 9 Gebet:
„Herr, lehre mich zu beten. Lehre mich, beständig zu beten. Lehre mich, ein Vorbild im Gebet in meiner Gemeinde zu sein. Und lehre mich, leidenschaftliches und gläubiges Gebet als Lebenselixier dieser Gemeinde zu erhalten und zu machen.“
Fragen Kapitel 9:
- Die meisten Gemeinden haben Gebetszeiten. Was ist der Unterschied zwischen Gemeinden mit bedeutungsvollem Gebet und solchen ohne?
- Warum würde das Versäumnis einer Gemeinde, in bedeutungsvolles Gebet einzutreten, zu ihrem Niedergang führen?
- Welche Rolle und welchen Stellenwert hatte das Gebet in der Jerusalemer Urgemeinde im Kontext von Apostelgeschichte 2,41-47?
Kapitel 10:
Der Grund für die Existenz der Gemeinde wurde vergessen
+ Kurz-Zusammenfassung
+ Ausführlichere Zusammenfassung:
Die Gemeinden hatten keine klare Existenzberechtigung
Rainer nutzt die Geschichte des „Miracle on Ice“ der amerikanischen Nationalmannschaft 1980, um zu illustrieren, wie entscheidend es ist zu wissen, für einen höheren Sinn zu existieren. („Ich spiele für die Vereinigten Staaten von Amerika“ anstatt nur für das eigene College zu spielen)
Die sterbenden Gemeinden sagten im Rückblick von sich, dass sie halt vor sich hinvegetierten, mehr an Routinen als an Gottes Willen sich orientierten, ein Spiel namens „Kirche“ gespielt hatten oder einfach nicht nachgefragt hatten, was sie eigentlich tun sollten aus Angst, dass es zu viel Anstrengung oder Zeit erfordern könnte.
Die Gemeinden waren schlicht zu sehr damit beschäftigt zu tun, was sie bisher immer getan hatten, als dass sie die Zeit hatten, nachzufragen, was sie stattdessen hätten tun sollen.
Paulus freute sich an der Gemeinde in Philippi (Phil 1,3-5) aufgrund ihrer beständigen Anteilnahme am Dienst des Evangeliums. Diese Gemeinde hatte ihre Bestimmung erkannt!
Sterbende Gemeinden können so gut wie NIE sagen, wann sie ihren Sinn verloren haben – weil es ein Prozess ist! (Wenn eine Gemeinde noch im sterbe-Prozess ist, muss das nicht bedeuten, dass kein Sinn mehr vorhanden ist, sondern lediglich das Bewusstsein dafür langsam abnimmt)
„Attitudes shifted from gospel-centered and other-centered to self-centered. (…) Routines and traditions and rituals replaced the original purpose of being a gospel-driven people.”
Eine Gemeinde ohne Evangeliums-Zentriertheit sei überhaupt keine Gemeinde.
+ Reflektion:
Gebet Kapitel 10
„Gott, entzünde die Herzen der Mitglieder unserer Gemeinde, einschließlich mir, für das Evangelium. Lehre unsere Gemeinde, das Evangelium mit anderen zu teilen. Lehre uns als wahre Träger der guten Nachricht Jesu Christi zu leben. Erinnere uns an unsere Bestimmung. Überführe uns von unserer Bestimmung. Befähige uns, unsere Bestimmung zu leben.“
Fragen Kapitel 10:
- Erläutere anhand des Beispiels vom US-Olympia-Hockeyteam von 1980, warum sterbende Kirchen ihre Bestimmung neu entdecken müssen.
- Wie können Routine und Tradition einer Gemeinde im Weg stehen, ihre Bestimmung zu erfüllen?
- Was meinte Paulus in Philipper 1,3-5, als er der Gemeinde für ihre Partnerschaft im Evangelium dankte?
Kapitel 11:
Neben-Themen wurden emotional immer stärker aufgeladen
+ Kurz-Zusammenfassung
Die Kirche war sehr stark auf ihre Hauswirtschaft ausgerichtet
Sterbende Gemeinden erleben häufig große Uneinigkeiten und Kämpfe über Gegenstände und Gebäude (Räume-Nutzung und -Einrichtung, Kanzel, Fenster, Teppiche, Stühle, Farben und Lampen, … usw. usw.)
Die meisten Gemeinden waren dabei ironischerweise nicht an allen Einrichtungen interessiert, sondern nur an einem besonders emotional aufgeladenen Gegenstand.
Jesus über „Dinge“:
Matthäus 6,19-21: „Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo die Motten und der Rost sie fressen und wo die Diebe nachgraben und stehlen. Sammelt euch vielmehr Schätze im Himmel, wo weder die Motten noch der Rost sie fressen und wo die Diebe nicht nachgraben und stehlen! Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.“
Eine Kirche soll ihre Gaben weise verwalten, aber sobald sie sich auf weltliche Dinge fokussiert und so ihren Ewigkeitsfokus verliert, ist sie einen Schritt mehr auf ihren Untergang zugegangen.
+ Reflektion:
Gebet Kapitel 11:
„Herr, lehre mich, alle materiellen Dinge, die Du mir selbst und meiner Gemeinde gibst, richtig zu verwalten. Hilf mir, dass diese Verwaltung niemals zu einer Besessenheit oder zu Götzendienst wird, besonders dann, wenn ich dadurch die Perspektive auf das verliere, was wirklich zählt.”
Fragen Kapitel 11:
- Erkläre den Unterschied zwischen einer Gemeinde mit guter Verwaltung materieller Dinge im Vergleich zu einer Kirche, für die diese Dinge zur Besessenheit und zum Götzendienst werden. Welche Beispiele gibt es für beides?
- Warum haben so viele Kirchen Konflikte über „Dinge“?
- Betrachte Jesu Worte in Matthäus 6,19-21 und erkläre, wie sie sich auf eine Gemeinde auswirken, entweder zur Blüte oder zum Tod.
Was sind Beispiele dafür, wie Gemeinden seinen Worten gehorchen können: „Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo weder Motte noch Rost zerstören und wo Diebe nicht einbrechen und stehlen”?
Teil 2:
Mögliche Reaktionen für Gemeinden: 4 mögliche Reaktionen
Kapitel 12:
Eine Gemeinde mit leichten Symptomen
+ Symptome
- Wahrnehmung, dass die besten Tage Vergangenheit sind
- In den letzten 5 Jahren Abnehmende Gottesdienstbesucher
- Falls sie wächst: Das Wachstum der Gemeinde ist kleiner als das Wachstum des Umfeldes der Gemeinde
- Zahlen werden oft schlechter, wenn man sie ignoriert
- Die Programme in der Gemeinde wandern immer weiter nach innen (zeigt wachsenden Selbstfokus)
- Gemeinde hat keinen klaren Jüngerschaftsweg, den (neue) Mitglieder dauerhaft durchlaufen
- Die Gemeinde hat viele Programme und Angebote, Mitglieder sind sehr beschäftigt, Leute haben wenig Zeit – Die Programme haben allerdings keine klare Daseinsberechtigung. Sie dienen nicht wirklich (effektiv) dazu bei, Jünger zu produzieren, sondern sind halt so „wie wir es schon immer gemacht haben.“
+ mögliche Reaktionen:
- Bete, dass Gott die Augen der Leiterschaft und Mitglieder für Möglichkeiten öffnet, das Umfeld der Gemeinde zu erreichen.
- Nimm eine ehrliche Auswertung vor, wie Gemeindemitglieder ihre Zeit in Diensten verwenden. (Sind sie von der Vision ergriffen o. sind sie nur für gute Gemeinschaft da?)
- Werte ehrlich aus, wie die Gemeinde ihr Geld verwendet. (gute Balance zwischen Außen- und Innenverwendung)
- Mache spezifische Pläne deinem Umfeld zu dienen und es zu evangelisieren.
Frage Organisationen und Menschen im Umfeld, was ihnen am meisten helfen würde.
+ Reflektion:
Betende Hingabe Kapitel 12
„Herr, lass mich meine Kirche mit ehrlichen und offenen Augen sehen. Hilf mir zu erkennen, wo wir mit unseren Diensten zwischen Innen- und Außenfokus aus dem Gleichgewicht geraten sind. Und gib unserer Kirche eine Vision, um einen Unterschied in unserer Gemeinschaft zu machen. Noch mehr, Gott, gebrauche mich, um ein Katalysator und ein Instrument für die Veränderungen zu sein, die in unserer Kirche stattfinden müssen.“
Fragen zur betenden Reflexion Kapitel 12
- In diesem Kapitel hast du von Kirchen gelesen, die erste Anzeichen von Krankheit zeigten. Was sind einige dieser Anzeichen? Welche anderen möglichen Anzeichen gibt es? Hat deine Kirche Anzeichen von Krankheit?
- Fasse die vier Reaktionen für Kirchen zusammen, die Anzeichen von Krankheit zeigen. Welche weiteren Reaktionen könnten zu diesen vier hinzugefügt werden?
- Was ist der Kontext von Apostelgeschichte 1,8? Wie kann dieser auf Kirchen heute angewendet werden, die erste Anzeichen von Krankheit zeigen?
Kapitel 13:
Eine Gemeinde mit schweren Symptomen
+ Symptome
Schwer krank wird man nicht über Nacht!
Rainer erzählt die Geschichte eines Mannes in einer Gemeinde, der an einer leicht zu behandelnden Krankheit starb, weil er über die Zeit seiner Krankheit sich so lange weigerte einen Arzt aufzusuchen, bis auch der nicht mehr helfen konnte.
Rainer zieht eine Parallele zu sehr kranken Gemeinden. Schwerkrank würden sie nämlich nicht über Nacht, sondern durch lange Ignoranz der Symptome.
Problem: Es gibt nicht „das eine“, klare Anzeichen, dass eine Gemeinde schwerkrank ist. (die Symptome werden halt über die Zeit nur immer schwerer)
UND: Wenn die Gemeinde einmal schwerkrank ist, ist es extrem schwer, wieder gesund zu werden. (in dieser Phase ist es SEHR selten, dass eine Gemeinde umkehrt)
Symptome
Schwer kranke Gemeinden haben in der Regel mindestens 3 dieser Anzeichen:
-
- Starke Abnahme von Gottesdienstbesuchern (über letzte 10-20 jahre)
- Apathische Gemeindemitglieder – aber überaus intensive und emotionale Konflikte wenn sie aufkommen
- Die Kirche ist in der Umgebung unbekannt
- Neue Mitglieder sind sehr rar – Austritte sind mehr als Eintritte
- Pastoren wechseln häufig (Frustration & Konflikte)
- Die „gute alte Zeit“ liegt lange zurück (20+ Jahre)
- Seit Jahren ist kaum einer zufrieden mit der Gemeinde
+ mögliche Reaktionen:
Zunächst braucht es einen starken Leiter, der Gottes Willen tut und dem die Leute folgen können. (vgl. Mose, Josua, Nehemia, …)
- Die Gemeinde muss ihre große Not zugeben und bekennen!
- Die Gemeinde muss für Weisheit und Kraft beten, tun zu können, was immer nötig ist. – Weil es sehr hart werden wird!
- Die Gemeinde muss bereit sein, sich radikal zu verändern – jahrzehnte-lange Angewohnheiten müssen innerhalt sehr kurzer Zeit verändert werden. (hier i.d.R. der größte Widerstand)
- Die Veränderungen müssen zu Außenfokus und Aktivität führen!
– Gelingt das, ist die Gemeinde im Grunde eine neue Gemeinde geworden.
So unwahrscheinlich das auch ist: Unsere Hoffnung richtet sich auf Gott: Bei ihm ist alles möglich! (Matt 19,26)
+ Reflektion:
Betende Hingabe Kapitel 13
„Herr, Ich glaube, dass bei dir alle Dinge möglich sind. Zeige mir, was ich tun muss, um meine Kirche von Hoffnungslosigkeit zu Hoffnung zu führen. Und gib mir den Mut und die Kraft, diese Veränderungen vorzunehmen, selbst die, die sehr schmerzhaft sein werden.“
Fragen zur betenden Reflexion 13
- Was sind die Symptome einer sehr kranken Kirche? Hat deine Kirche einige dieser Symptome?
- Lies Haggai 1. Wie steht die Geschichte vom Wiederaufbau des Tempels im Zusammenhang mit der Erneuerung einer sehr kranken Kirche?
- Wo beginnt eine sehr kranke Kirche, wenn ihre Mitglieder und Leiter wirklich eine Umkehr wünschen? Welche Opfer müssen gebracht werden? Welche Annehmlichkeiten müssen aufgegeben werden?
Kapitel 14:
Möglichkeiten für eine sterbende Gemeinde
+ Was tun mit dem Schmerz?
Rainer erzählt, wie er seinen sterbenden Vater – viel zu jung – loslassen musste.
Niemand will seine sterbende Kirche loslassen – dafür liebt man sie zu sehr.
Eine sterbende Kirche nützt dem Königreich Gottes sehr wenig – es sei denn, man lässt sie gut sterben.
+ mögliche Reaktionen:
Tod mit Sinn
- Verkauft das Gebäude und gebt das Geld einer anderen Gemeinde. (evtl. einer Neugründung)
- Gebt das Gebäude einer anderen Gemeinde. (gerade neue Gemeinde haben oft keinen Platz, wo sie bleiben können)
- Gebt die Leitung und den Besitz der Gemeinde an die Nachbarschaft ab.
- Legt euch mit einer anderen Gemeinde zusammen – Gebt aber unbedingt die Leiterschaft und Besitz der Gebäude an diese weiter! (Sonst übertragen sich Symptome evtl. und der Kreislauf wiederholt sich)
Stellt euch die Frage: „Wie können wir in größtmöglicher Weise einer gesunden Gemeinde mit unserem Tod nutzen?“
Alle diese Optionen sind schmerzhaft – weil sie wahre Opfer sind.
Ihr gebt euch selbst hin, damit eine andere Gemeinde leben kann. Damit folgt ihr dem Beispiel von dem, der sein Leben gab, damit wir leben können.
+ Reflektion:
Betende Hingabe 14
„Herr, wenn es Dein Wille ist, dass unsere Kirche stirbt, bitte lass es mich wissen. Und gib mir den Mut und die Kraft, loszulassen. Zu Deiner Ehre!“
Fragen zur betenden Reflexion
- Wie steht Matthäus 16,18 im Zusammenhang mit sterbenden Kirchen?
- Welche vier Möglichkeiten gibt es, wie eine sterbende Kirche einer anderen Kirche Leben schenken kann?
- Was hast du vor allem aus diesem kurzen Buch gelernt?
Was hat Gott dich gelehrt, während du diese Kapitel gelesen hast?
Thom Rainer veröffentlicht täglich einen Blogartikel auf www.ThomRainer.com .
Inhalt
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
